Auf der Lagunen Route über das Altiplano

Den letzten Tag in Uyuni nutzen wir für die Vorbereitung unserer Reise entlang der Lagunen Route über das Altiplano bis nach San Piedro de Atacama in Chile.

 

Dabei müssen wir auf einige wichtige Punkte achten.

  • Dssie extreme Höhe auf der gesamten Strecke zwischen 4'000 - 5'000 Meter
  • Die Befahrbarkeit der Pisten wegen der Regenzeit
  • Unterkunft, Essen, Wasser und Benzin 

Für die Akklimatisierung an die Höhe sind wir gut vorbereitet, da wir beide bereits über eine Woche in einer Höhe von 3'500 – 4'000 unterwegs sind. Von daher sind wir guter Hoffnung, dass wir diesbezüglich keine schwerwiegenden gesundheitliche Probleme bekommen.

 

Zu den Pisten erkundigen wir uns einerseits beim Besitzer unserer Unterkunft, der Touren in diese Region anbietet und andererseits im Tour Büro für unseren Ausflug zum Salar, welches ebenfalls mehrtägige Tripps auf der Lagunen Route ins Altiplano im Programm hat.

 

Dabei fragen wir ebenfalls nach, wie es mit Unterkünften und Nahrungs- und Wassernachschub aussieht.

 

Bis zur berühmten roten Lagune Colorada gibt es von Uyuni aus mehrere Routen. Aufgrund unserer Erkundigungen entscheiden wir uns für die Strecke über das Bergdorf Villa Mar.

 

Mit 400 km ist diese Route ist etwas kürzer, wodurch unsere Benzinreserven für die ganze Strecke ausreichen, sollten wir an der einzigen Tankstelle unterwegs keinen Sprit bekommen.

 

Zudem sind die Abstände von einer Verpflegungsstelle zur nächsten kürzer, was uns die Möglichkeit schafft, individuell zu entscheiden, wie weit wir pro Tag unterwegs sein wollen.

 

Hier spielt das Wetter eine wichtige Rolle, da wir jederzeit mit Gewitter und eventuell sogar Schnee rechnen müssen.

 

Und zu guter Letzt muss ich das Starterproblem meiner Honda lösen.

 

Hierzu kontaktiere ich Viktor von V. Müller in Buchrain, der mir bei technischen Problemen weiterhilft, was für mich natürlich eine grosse Hilfe ist.

 

Grundsätzlich regeln die Sensoren einer elektronischen Benzineinspritzung, wie die Honda eine hat, das Benzin- Luftgemisch nach den aktuellen Bedingungen. Von daher müsste der Motor normal starten.

 

Nun kann es sein, dass der von mir eingebaute Luftfilter eines Drittanbieters eine andere Luftmenge durchlässt, als die Sensoren berechnen.

 

Dies, weil der Luftfilter mit einem speziellen Öl behandelt wird, welches sich eventuell durch die Höhe und Kälte verdichtet und dadurch weniger Luft durchlässt.

 

Wir der Motor warm, wird vermutlich durch die ausstrahlende Wärme das Luftfilter Öl flüssiger und lässt wieder mehr Luft durch, was erklären würde, weshalb mit warmem Motor das Starterproblem nicht besteht und der Motor reibungslos läuft.

 

Quintessenz daraus ist, dass ich die Seitenabdeckung des Luftfilters abmontiere und eventuell sogar den Luftfilter rausnehme, damit der Motor mehr Luft ansaugen kann, sollte er beim Kaltstart nicht anspringen. Eine andere für mich umsetzbare Lösungen finden wir nicht.

 

Tags darauf frühstücken wir beizeiten und schieben danach die Maschinen aus der Garage.

Bevor ich mein Gepäck aufladen, mache ich einen Startversuch. Der Motor springt an und ich gebe gleich ein wenig Gas, was der Motor mit einer leichten Verzögerung annimmt.

 

Diese Gasstellung behalte ich für einige Minuten bis der Motor warm hat. Danach läuft er normal im Standgas weiter.

 

Gut und der erste Tag auf der Lagunen Route fängt positiv an.

 

Mein Tank und Benzinblase ich habe ich bereits gestern an der Tankstelle gleich neben unserem Hotel aufgefüllt.

Christian fährt heute Morgen ebenfalls mit seiner Yamaha dahin, bekommt jedoch kein Benzin, weil die Angestellte zu faul ist, die Formalitäten für Ausländer auszufüllen. Sie schickt ihn zur zweiten Tankstelle im Ort, die auf unserer Route liegt.

 

Dort angekommen, fliesst alsbald das Feuerwasser für den Motor in den Yamaha Tank und das erst noch zu einem günstigen Preis.

 

Danach verlassen wir Uyuni auf einer Rumpelstrecke, die irgendetwas zwischen geteert und festgefahrenem Dreck besteht.

 

Nach einigen Baustellen mit staubigen Umfahrungen gelangen wir zur Kreuzung der Nr. 5 und Nr. 701.

 

Wir folgen der 701, die ab hier frisch geteert ist. Für unsere Begriffe immer etwas komisch, wenn plötzlich im Nirgendwo eine Strasse von Schotter auf Teer wechselt.

 

Nach 100 km erreichen wir in der kleinen Ortschaft San Cristobal die einzige Tankstelle auf unserer Route.

 

Noch bevor wir den Motor abstellen, ruft uns der Tankwart zu, dass er kein Gasolina hat. Das haben wir zum Glück bei unserer Planung mit eingerechnet und können deshalb problemlos unsere Reise fortführen.

 

Unser Tagesziel, die kleine Siedlung Alota, erreichen wir durch die gut ausgebaute Strasse viel früher als wir gedacht haben. Wir entscheiden uns deshalb bereits heute bis in das 50 km entfernte Villa Mar weiterzufahren respektive zu holpern, da ab Alota die eigentliche geschotterte Lagunen Route beginnt.

 

Einige Kilometer später biegen wir auf das schmale Schottersträsschen zum Aussichtspunkt über den Canon de Alto ab und bestaunen die Schlucht von hoch oben.

 

Zehn Minuten später kurven zwei grosse 4x4 Jeeps auf, die mit jeweils sechs Touristen auf der mehrtägigen Lagunen Routen Tour unterwegs sind. Davon werden wir in den nächsten Tagen noch viele antreffen.

 

Der viele Kies auf der Piste bringt unsere Motorräder immer wieder ins schlängeln, weshalb unser Fokus auf die Strasse gerichtet ist. Damit wir trotzdem etwas von der Landschaft haben, legen wir zwischendurch kleine Fahrpausen ein.

 

Beim Bosque de Piedras halten wir etwas länger und parken unsere Motorräder zwischen den hier stehenden 4x4 Tour Fahrezugen.

 

Nach Ville Mar gelangen wir am späteren Nachmittag und bekommen in einer der wenigen Unterkünfte ein Zimmer mit Nachtessen und Frühstück.

 

Ausser uns schläft ein Paar aus Frankreich im Gasthaus, welches mit ihrem Guide die Lagunen Route in umgekehrter Richtung bereist.


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Villa Mar liegt auf 4'000 Meter, was unserem Schlaf etwas Probleme verschafft und wir beide regelmässig wegen zu wenig Sauerstoff wach werden.

 

Die aufgehende Sonne kommt deshalb nicht ungelegen und gibt uns einen Grund aufzustehen.

 

Nach dem Frühstück bringen wir unser Gepäck zu den Motorrädern und ich versuche als Erstes wieder die Honda zu starten.

 

Und siehe da, es funktioniert wie gestern. Der Motor springt an und nimmt mein sofortiges leichtes Gas geben mit einem ruckeln an und läuft weiter.

 

Froh darüber lasse ich den Motor warmlaufen und bepacke danach die Enduro.

 

Unser heutiges Ziel ist die Laguna Colorada, eines der Höhenpunkte auf der Lagunen Route.

 

Bis dahin warten 80 km Ruppelpiste auf uns plus einige Höhenmeter, die wir überwinden müssen.

 

Kurz nach der Ortschaft steigt die Piste teilweise steil an und bringt uns hinauf auf 4'600 Meter. Dazwischen halten wir bei einer Herde Lamas, die sich durch unsere Anwesenheit nicht beeinflussen lassen.

 

Die Talfahrt gewährt uns super Ausblicke auf die Laguna Capina, an welcher wir anschliessend entlang rollen.

 

Etwas später stoppt uns die Schranke des Büros des Nationalparks Fauna Andina Eduardo Avaroa, wo wir stolze CHF 20.00 für den Eintritt bezahlen. Das Ticket müssen wir behalten, weil wir es beim Verlassen des Parks an der bolivianisch-chilenischen Grenze vorweisen müssen.

 

Von der anderen Seite nähert sich eine 4x4 Tour Fahrzeug, welches ebenfalls bei der Schranke anhalten muss, um ihre Tickets vorzuweisen.

 

Der bolivianische Guide spricht uns an und wir plaudern ein wenig mit ihm. Seine zwei Gäste aus Chicago / USA gesellen sich danach ebenfalls dazu.

 

Etwas später biegt unsere Route auf eine weniger befahrene, teils steinige Piste ab und bringt uns über eine stetig leichte Steigung oberhalb zur Lagune Colorada.

 

Der Ausblick stoppt unsere Fahrt und wir bestaunen die Landschaft. 

 

Und weil es so schön ist, holt Christian seinen Kocher hervor und wir legen eine Kaffeepause ein.

Später fahren wir auf einem riesigen Kies Feld entlang der Lagune, wobei unsere Karte auf dem Navigationsgerät nicht mehr den Gegebenheiten entspricht. Die wilde Natur verlangt eine kontinuierliche Anpassung der Pisten, was die Karten nicht zeitgemäss abbilden können.

 

Eine halbe Stunde später sehen wir von weitem eine Vielzahl von Tour Fahrzeugen an einem Punkt an der Lagune stehen.

 

Wir gehen davon aus, dass dort ein spezieller Aussichtspunkt ist, und steuern unsere Bikes dahin.

 

Richtig geraten und der Ausblick auf die Lagune Colorada mit ihrem rot gefärbten Wasser und den vielen Flamingos zieht uns in ihren Bann

 

Der Weg den Hügel hinauf und der anschliessende Rundgang ist in dieser Höher einiges anstrengender als üblich und zehrt an unserer Energie.

 

Zwischenzeitlich sind Regenwolken aufgetaucht und in einiger Entfernung blitzt es in den Wolken auf. Zeit in Deckung zu gehen.

 

Die kleine Siedlung Huayajara, die ausschliesslich aus Hostals für die vielen Gäste der 4x4 Touren besteht, liegt quer hinter dem grossen Kies Feld.

 

Ich frage einen der Guides, wie wir dahin kommen und gelangen danach auf einigen Umwegen zu den Häusern.

 

Wir steuern das Hostal an, welches auf der Reise App iOverlander aufgeführt ist, dass es auch Zimmer an individual Touristen zu erschwinglichen Preisen anbietet.

 

Wir halten vor dem Gebäude, wo sogleich ein Mann im Fenster erscheint und fragt, ob wir ein Zimmer suchen.

Wir nicken und liegen kurz darauf auf unseren Betten und warten bis es Zeit ist die angekündigten Spaghetti zu vertilgen.

 

Bis dahin kommen fünf Touren in der Unterkunft an und hauchen dem Haus einiges an Leben ein.

 

Vor dem Essen besuchen wir das Haus gegenüber, welches mit Shop angeschrieben ist. Als wir eintreten, werden wir von einem Ping Pong und zwei Billiard Tischen überrascht plus einer kleinen Bar und einem Gas Pilz, der Wärme verströmt.

 

Partytime mitten im bolivianischen Altiplano.


Es ist 04.30 und die ersten Tour Teilnehmenden verlassen mit Getöse ihre Zimmer.

 

Etwas später ertönt laute Musik im Gang und holt uns definitiv aus den Betten.

 

Unser Gastgeber ist bereits am Zimmerputzen und lässt sich dabei durch bolivianischer Volksmusik unterhalten.

 

Macht nichts, da wir nicht besser geschlafen haben als gestern und wir zudem früher losfahren wollen, um uns während der Fahrt entscheiden zu können, ob wir heute bereits bis nach Chile fahren oder unterwegs eine weitere Übernachtung einlegen.

 

Der Honda Motor springt erneut mit der gleichen Vorgehensweise wie in den letzten beiden Tagen an und ich frage mich, wieso ich das nicht schon früher so hingekriegt habe.

 

Bald darauf rollen wir los zu den auf fast 5'000 Meter weit oben liegenden Geysirs.

 

Die Piste dahin wird zunehmend steiniger und unsere Motorräder haben dadurch einiges zu tun.

 

Die Sprudelküchen liegen in einer kleinen Ebene und wir halten als Erstes an einem Kamin, wo pfeifend heisse Luft rausgeblasen wird.

 

Etwas weiter stehen wir im stinkenden Dampffeld, das aus unzähligen Löchern im Boden entweicht.

 

Als eine koreanische Touristengruppe mit vier Jeeps ankommt, alle vier Jeeps haben die koreanische Flagge gehievt, fahren wir weiter.

 

Unweit des Geysir Feldes passieren wir eine neue Fabrikanlage, von welcher eine Rohrleitung weg verläuft. Vermutlich eine moderne thermische Anlage.

 

Ab hier ist die Piste in einem guten Zustand und wir brausen mit einem angenehmen Tempo hinunter zur grossen Lagune Salada.

 

Dort angekommen, verdichten sich sie dunkeln Wolken mehr und mehr und wir erkennen in einiger Distanz die ersten Regengüsse.

 

Trotzdem legen wir bei der kleinen Siedlung an der Lagune eine Mittagspause ein und staunen, wie viele Touristen sich im Pot mit dem heissen Wasser tummeln.

 

Es ist erst zwölf Uhr und wir entscheiden uns deshalb bereits heute bis nach San Pedro de Atacama weiter zu fahren, obwohl weitere dunkle Wolken aufziehen.

 

Ein paar Kilometer später durchqueren wir die Dali-Wüste.

Mitten in der riesigen Steinwüste liegen Felsformationen herum, die den Landschaften in den Bildern dieses Künstlers ähneln.

Die Piste variiert von gut befahrbar bis zu extremen Wellblechbildungen, wo wir im Schneckentempo hindurch holpern.

 

Wir passieren einen kleine Pass und gelangen in eine weitere Wüstenlandschaft, in welcher uns ein Fuchs über den Weg läuft und uns verwundert mustert.

 

Wir halten für ein Foto an, was ihn dazu bewegt, sich hinzulegen und uns weiter zu mustern.

 

Die sich hinter uns auftürmende Gewitterfront treibt uns weiterzufahren. Wobei sich vor uns ebenfalls ein Regenschleier bildet.

 

Wir lassen deshalb die Laguna Verde aus, viel grün würden wir bei den dunklen Wolken sowieso nicht mehr sehen, und gelangen bald darauf zum bolivianischen Zoll, wo wir zuerst unsere Tickets für den Nationalpark zeigen müssen, bevor wir zum Zollgebäude dürfen.

 

Der freundliche Zollbeamte öffnet die Schranke, damit wir unsere Motorräder unter das Dach stellen können, worauf fast zeitgleich die Regentropfen prasseln, begleitet mit tiefen Donnergrollen.

 

Froh darüber es bis zum Zoll ohne Regen geschafft zu haben, zeigen wir dem Zöllner unsere Motorradpapiere, die wir innert weniger Minuten abgestempelt zurück bekommen.

 

Bevor er wieder ins Haus verschwindet, macht er auf unseren Wunsch zwei Fotos von uns.

 

Die beiden grossen, neben uns stehenden Vulkane bilden eine natürliche Wettergrenze und halten die Schlechtwetterfront zurück.

 

Der chilenische Zoll liegt dahinter, weshalb wir diesen ohne Regen erreichen.

 

Auch hier verläuft die Abwicklung speditiv. Lediglich bei der Gepäckkontrolle werden uns beiden die mitgebrachten Nüsse abgenommen, weil wir diese anscheinend nicht einführen dürfen.

 

Bis anhin war dies zwar bei keinem anderen Grenzübertritt nach Chile der Fall. Jedoch wollen wir keine Diskussion mit den Zöllnern entfachen, die eh nicht zu unserem Vorteil enden würde, und belassen es dabei.

 

Anschliessend brausen wir zuerst bei leichtem Regen ins trockene San Pedro de Atacama hinunter, das 2'000 Meter tiefer liegt als das Zollamt.

 

Die Unwetterfront über dem Altiplano türmt sich derweil immer gewaltiger um und hinter dem Vulkan Licancabur auf und ein Blick auf die Wetter App in unserer Unterkunft zeigt sogar Schneefall in den Gebieten, die wir heute durchquert haben.



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