Durch das Hinterland nach Norden

Einmal mehr lacht mir die Sonne beim Bepacken meiner Enduro ins Gesicht. Da fühlen sich die 5 Grad Morgentemperatur um einiges wärmer an.

 

Meinen ersten Stopp lege ich bereits nach ein paar Kilometern ein, nämlich direkt am Negratin Stausee. Die Kulisse mit den roten Felsen im Hintergrund finde ich einmalig. Hinzu kommt die morgendliche Ruhe. Eindrücke, dir für mich unvergesslich bleiben.

 

Etwas weiter verliert der See an Wasser und wechselt langsam in ein ausgetrocknetes Seebecken. Zusammen mit den bunten Büschen entsteht auch hier ein schönes Naturschauspiel.

 

Leider ist dieses Gebiet bei der Camper Fraktion beliebt, weshalb alle Aussichtspunkte oder leerstehende Kiesplätze mit ihren Ungetümen belagert sind.

 

Ein weiteres Markenzeichen dieses Gebietes sind die Höhlenwohnungen, die in fast jeder Ortschaft haufenweise vorhanden sind. So bestaune ich in jeder Siedlung entlang meiner gewählten Strecke die Variationen des modernen Höhlenbaus.

 

Der Höhepunkt bildet die Ortschaft Galera, die sich weitverzweigt die Hügel hoch klettert und so von alten und neuen Bergwohnungen wimmelt.

 

Die überall blühenden Mandelbäume geben der sonst kargen Landschaft einen besondere Farbnote. Weiss, rosa und rot vermischen sich mit dem grün der Büsche und Baume und spiegeln sich im beigen Sand und Steinboden.

 

Etliche meiner Schotterpisten führen direkt zwischen den Mandelplantagen hindurch, was natürlich meine Augen erfreut.

Beim Parque Natural de Sierra Maria-Los Velez übernehmen langsam die Bäume wieder das Landschaftszepter. Dadurch wird meine Route grüner, die Schotterstrassen rumpliger und die Aussichten wegen der Bäume weniger.

 

Damit ich einen Überblick über den grünen Nationalpark bekommen, steuere ich den den Mirador de la Culebrina an. Der sitzt hoch oben auf einer betonierten Plattform, die wegen der schlechten Piste aber wohl kaum viele Besucher hat.

 

Zeit für eine Mittagspause mit Weitblick. Dabei fallen mir die Minen auf, die durch ihren Kahlschnitt, die grüne Landschaft stören.

 

Wieder unten verlasse ich den Wald und gelange an einen See respektive an eine ausgetrocknete grosse Wanne, die nur noch auf der Karte die Farbe blau aufweist.

 

Das Schild «Baden verboten» steht deshalb ziemlich verloren herum.

 

Kurz vor meiner Unterkunft kurve ich noch durch die schmalen Gässchen der Ortschaft Aledo bis zur Aussichtsplattform hindurch. Das Dorf liegt auf einer Felskante und bietet links, rechts und ganz vorne Ausblicke in die Umgebung.

 

Meine heutige Luxusherberge liegt nur wenige Kilometer weiter und ist teil einer bekannten örtlichen Wahlfahrtskirche.

 

Dank der Nebensaison ist der Preis für mein Luxuszimmer human und ich lasse es mir für zwei Tage hier gut gehen.


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Wahlfahrt ist zwar kein Thema für mich, aber die Anlage mit ihrem Garten ist sehenswert plus ist die Kirche bekannt für ihre Malereien.

Ausgeruht schwinge ich mich in den Sattel und steuere kurz darauf hinauf in den Parque Regional de Sierra Espuna.

 

Etliche Serpentinen später zeigt sich mir die Umgebung von oben. Leider sehe ich aber auch die schnell herannahenden dunklen Wolken. Und kaum habe ich sie wahrgenommen, hüllen sie den Himmel grau ein.

 

Beim nächsten Stopp erblicke ich das langsam vor sich hin verfallende Sanatorio y Escuela Hogar de Sierra Espuna. Ein grosser Gebäudekomplex, der einfach in der Landschaft stehen gelassen wurde. Neudeutsch ein Lost place.

 

Der stabile und hohe Zaun drum herum hält mich von einem Besuch leider ab.

 

Meine weitere Strecke richtet sich heute nach der TET (Trans Euro trail). Eine Organisation, die kostenlos GPX Daten von Routen durch ganze Länder auf Neben- und Schotterstrassen anbietet.

Nachmittags erhellt die Sonne nochmals den Himmel, aber leider nicht sehr lange.

 

Bald darauf beginnt es leicht zu regnen. Zum Glück ist die Schotterstrasse in einem guten Zustand und der Regen kann sie dadurch nicht aufweichen.

 

Trotzdem verzichte ich auf den letzten Schotterstrassenabschnitt auf meiner heutigen Strecke und rausche auf der Teerstrasse die letzten Kilometet zu meiner Unterkunft.

 

Tags darauf regnet und windet es heftig. Nein, heute fahre ich nicht weiter, da ich am Nachmittag zwei Facebook-Bekannte treffe, die hier in der Nähe wohnen.

 

Sie wollen in einem Monat über die Seidenstrasse reisen soweit es eben geht. Und so haben wir viel Gesprächsstoff und die Zeit vergeht wie im Fluge.


Der Wetterbericht für die kommende Tage ist nicht gerade motorradfreundlich. Regen, Wind und kalte Temperaturen.

 

Ja sogar so kalt, dass in den Bergen, nur einige Kilometer von der Küste entfernt, Schneeflocken runter wirbeln.

 

Nichts für mich. Das bedeutet, dass ich Nahe der Küste entlang fahren muss, was deutlich weniger schön ist, als durch das Hinterland.

 

Naja, ich kann nicht alles haben, zumal die Wettergötter alles in allem mich mit ihre Capriolen verschont haben.

 

Die Hälfte der Strecke regnet es dann auch, was mich kaum zu einem Stopp animierte.

Dafür sichte ich eine Unmenge von Lost places entlang meiner Strecke. Und ja, es gibt überall in Spanien viele verlassene Häuser, aber die Anzahl und vor allem die Grösse der Gebäudekomplexe sind hier doch auffällig.

 

Am späten Nachmittag gelange ich zu meine Bleibe im Küstenort Peniscola. Im Sommer eine Touristenhochburg, jetzt ein ruhig vor sich hinlebender Ort. 

 

Das liebe Wetter wird leider so schlecht, dass ich mich für drei Nächte einquartiere.

 

Auch gut. So schreibe ich meinen Reiseblog und spatziere in den Regenpausen der Strandpromenade entlang und besuche das auf einer Landzunge liegende Schloss mit Altstädtchen.



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