Motorradreise Mongolei - Schweiz


Iran

«Durch die Wüste zu historischen Städte bis in die kurdische Bergregion»

1'000 km durch die Wüste Irans

Von der Grenze nach Bodschnurd, Bardaskan, Khur, Oase Garmeh bis nach Yazd

Tag 54 - 58 (Km 10'472)

Die Wüste Irans erscheint mir unendlich. Seit drei Tagen fahre ich Strecken von durchschnittlich 350 km durch lebensfeindliche Gebiete. Sanddünen, kahle Berge, Steppe und teilweise nichts ausser brauner Masse wechseln sich in regelmässigen Abständen ab.

 

Die Temperaturen sind morgens angenehm, steigen aber rasch an und erreichen ab Mittag 45 Grad. Da bin ich froh, wenn ich mit Tempo 80 km über die gut ausgebauten Wüstenstrassen rollen kann und der Fahrtwind ein wenig das Gefühl von Erfrischung bringt.

 

Am zweiten Tag erreiche ich abends die Wüstenortschaft Khur und stoppe beim örtlichen Hotel. Das Einfahrtstor ist geöffnet, die Eingangstüre jedoch verschlossen. Weit und breit ist auch niemand zu sehen. Was nun? Ich klopfe ein paar Mal kräftig an die Tür und warte, aber nichts passiert. Müde setze ich mich auf die schattige Bank und trinke meine Wasserreserven leer. Na gut, dann fahre ich eben noch etwas weiter. Kaum fertig gedacht, öffnet sich doch noch die Eingangstüre und ein älterer Herr steht im Türrahmen. Er grüsst mich freundlich und erklärt mir, dass in den Sommermonaten kaum Gäste kommen würden und deshalb die Türe verschlossen war. Vermutlich hat er aber irgendwo geschlafen bei dieser Bruthitze. 

 

Durch die stilvoll eingerichtete Eingangshalle führt er mich zum Innenhof, der mit 40 Zimmern umgeben ist. Wau, das ist ja eine richtig grosse und schöne Hotelanlage, die sicher auch ihren Preis haben wird. Ich frage deshalb gleich als erstes nach den Kosten und kann es kaum glauben, als er mir sagt, dass das Zimmer mit Frühstück und Nachtessen CHF 15.00 kostet. Ich bleibe natürlich und verbringe einen geruhsamen Abend mit feinem Nachtessen im Innenhof.

Text. Du planst eine Motorradreise nach Iran? Dann schau dir meine Länderinfos an.

Tags darauf entscheide ich mich in der 30 km entfernten Oase Garmeh einen Ruhetag einzulegen. Auch hier ist das Guesthaus geschlossen. Der Lärm meiner KTM bleibt aber nicht ungehört und so erscheint bald der Hausherr, ebenfalls auf einem Motorrad. Kaum eingetreten klingelt sein Telefon und es melden sich noch weitere vier Touristen für den Abend an. Ganz verdutzt schau er mich an. So viele Touristen in der Offseason sei doch aussergewöhnlich.

 

Die Wüstenstadt Yazd ist mein südlichster Reisepunkt im Iran. Dazwischen liegt etwas abseits der Route die alte Pilgerstätte Chak-Chak auf knapp 1'500 Meter eingebettet in einer Felswand. Da die Temperaturen hier oben angenehmer sind, entscheide ich mich, die Schlaufe zu fahren.

 

Als ich in die Nähe von Yazd komme, nimmt einerseits der Verkehr massiv zu und andererseits meine Reisegeschwindigkeit ab. Der Schweiss läuft mir deshalb nur so runter und ich muss mich voll konzentrieren, um mit der chaotischen Fahrweise der Einheimischen mithalten zu können.

 

Dank Navi finde ich das Hotel auf Anhieb. In der Lobby, die im Innehof liegt, steht ein grosser Kühlschrank gefüllt mit Wasserflaschen. Ich gehe direkt darauf zu und trinke zuerst einmal zwei Liter Wasser. Der Angestellte sieht mir dabei lachend zu. Zehn Minuten später liege ich auf dem Hotelbett und der kalte Wind der Aircondition kühlt meinen Körper ab.

Das Grenzgebiet zwischen Turkmenistan und Iran. Problemlose Einreise.
Das Grenzgebiet zwischen Turkmenistan und Iran. Problemlose Einreise.
Durch die Berge geht es nach Bodschnurd
Durch die Berge geht es nach Bodschnurd

Besuch bei Moshen, Gründer der Facebookgruppe Overland in Iran
Besuch bei Moshen, Gründer der Facebookgruppe Overland in Iran
Auf der Strecke nach Bardaskan
Auf der Strecke nach Bardaskan

Starke Winde lassen solche Minisandtornados entstehen
Starke Winde lassen solche Minisandtornados entstehen
Je weiter südlicher es geht, ums mehr ziehen sich die Berge zurück
Je weiter südlicher es geht, ums mehr ziehen sich die Berge zurück

Das ist doch mal eine schöne Verkehrstafel
Das ist doch mal eine schöne Verkehrstafel
Und hier sind sie ja schon
Und hier sind sie ja schon

Auf der Strecke nach Khur ist einfach nichts mehr
Auf der Strecke nach Khur ist einfach nichts mehr
Als einziger Gast konnte ich diese schöne Anlage in Khur geniessen
Als einziger Gast konnte ich diese schöne Anlage in Khur geniessen

Irgend jemand hatte da Lust etwas im Nichts zu bauen
Irgend jemand hatte da Lust etwas im Nichts zu bauen
Die Oase Garmeh
Die Oase Garmeh

Das Bewachungskomitee des Guesthauses in Garmeh
Das Bewachungskomitee des Guesthauses in Garmeh
Und weiter gehts
Und weiter gehts

Eine gut erhaltene Karavanserei
Eine gut erhaltene Karavanserei
Zur Pilgerstätte Chak-Chak geht es durch die Berge
Zur Pilgerstätte Chak-Chak geht es durch die Berge

Chak-Chak, eingebettet in die Berge
Chak-Chak, eingebettet in die Berge
Eine Abkürzung über eine gut ausgebaute Schotterstrasse
Eine Abkürzung über eine gut ausgebaute Schotterstrasse


Wüstenstädte und Wüstenwinde

Besichtigung von Yazd und Esfahan

Tag 59 - 61 (Km 10'837)

Ich schalte die Aircondition aus. Zwei Stunden später wache ich schwimmend in meinem Bett auf, so geschwitzt habe ich. Also Aircondition wieder einschalten und dann wieder ausschalten. So geht das die ganze Nacht.

 

Um 07.30 Uhr stehe ich frisch geduscht beim Frühstücksbuffet. Die Auswahl hält sich in Grenzen und es gibt wie überall im Iran Brot, Käse, Tomaten, Gurken und natürlich Tee. Ich esse ein paar Happen und mache mich dann auf für eine erste Altstadtbesichtigung von Yazd.

 

Sie Sonne brennt bereits stark vom Himmel und das Thermometer zeigt bestimmt schon über 30 Grad an. Jeweils den Schattenplätzen nachgehend, schlendere ich durch die verwinkelten kleinen Gässchen der Altstadt. Auch mit meinem ausgeprägten Orientierungssinn wüsste ich in diesem Wirrwarr von Durchgangswegen nicht mehr, wo ich bin. Mit Hilfe von maps.me finde ich mich aber leicht zurecht. Dank dieser App bestelle ich auch bald einen feinen Cappuccino in einem Restaurant, dass seitens vieler Besucher im Tripadvisor für Kaffeeliebhaber empfohlen wurde. Er schmeckt super.

 

Zwei Stunden ist es erdrückend heiss. Die Hitze schleicht sich auch in alle überdachten Durchgänge, in denen die Bazare der Altstadt sind, ein. Ein Grund für viele Ladenbesitzer ihre Geschäfte bis 17.00 Uhr zu schliessen. Auch für mich Zeit etwas verspassten Schlaf der vorangegangenen Nacht aufzuholen.

 

Tags darauf stehe ich früh auf in der Hoffnung in die ersten zwei Stunden mit etwas kühleren Temperaturen nach Esfahan fahren zu können. Ich bringe mein erstes Gepäckstück zum Motorrad und werden von einem kräftigen Wind empfangen und die Sonne wird von einem drüben braunen Himmel verdeckt. Das ist Sand, der vom Wind aufgewirbelt wird. Ist da etwa ein Sandsturm im Anmarsch?

 

Beim Frühstück frage ich deshalb den Hotelangestellten, wie die Wettersituation ist. "Viel Wind" meinte er, aber einen Sandsturm sei nicht angesagt. Klingt ja schon mal gut. Eigene Erfahrungen mit Wüstenwetter habe ich keine. Deshalb kann ich die Situation nicht einschätzen. Meine geplante Route, die über 50 km auf einer Schotterpiste durch die Wüste führen würde, verwerfe ich deshalb und fahre stattdessen sicher das erste Stück über die Autobahn. Ändert sich das Wetter zum Schlechten, gibt es dort genügend Verkehr / Leute, die wissen würden, was zu tun wäre.

 

Je näher ich nach Esfahan kommen, dest schwächer werden die Winde. Der Himmel ist ebenfalls klarer geworden. Ich verlasse deshalb die Autobahn und rolle auf verkehrsarmen Überlandstrassen weiter.

 

Viel mehr als Sand und Wüstensträuche gibt es leider nicht zu sehen. Esfahan kündigt sich mit einer immer grüner werdenden Landschaft an, die landwirtschaftlich stark genutzt wird. Zudem sind die Temperaturen sicher um 5 Grad gesunken

 

Meine Unterkunft habe ich so gewählt, dass ich nicht bis ins Zentrum der 1.4 Millionen Stadt fahren muss. So komme ich unbeschadet, was bei der iranischen Art im Stadtverkehr zu fahren nicht selbstverständlich ist, im Hostel an.

 

Das Hostel bietet am nächsten Morgen einen Stadtrundgang an. Das gefällt mir und nach dem Frühstück geht es gleich los. Wir sind nur zu zweit und haben wir uns schnell geeinigt, dass wir zuerst einen feinen Kaffee trinken gehen.

 

Wir starten bei der berühmten Si-o-se Pol Brücke. Imposant steht sie da, nur Wasser gibt es im grosse Flussbeet keines. Dies sei schon seit anfangs Jahr so, erklärt uns der Hostelmanager, der unser Guide ist. Der Klimawandel und die intensive Wassernutzung führe zu diesem Umstand.

 

Das naheliegende Armenienviertel ist unser nächstes Ziel und dann geht es zum zweitgrössten Platz der Welt, dem Naqsch-e Dschahan Platz. Wunderschön liegt er da und bietet allen Besuchern mit seinen Rasen- und Wasserflächen genügend Raum und Platz, um zu verweilen.

 

Hier treffen wir auf ein paar Freunde des Hostelmanagers und unterhalten uns bei einem Drink in einem der vielen Restaurants rund um den Platz. Dabei merke ich schnell, dass die Iranerinnen und Iraner nicht zurückhaltend mit Kritik an ihrer Regierung und den vielen Regeln, die vor allem die Frauen trifft, sind und sie offen darüber reden. Zudem spüren sie alle die negativen Auswirkungen der neuen US Sanktionen gegen den Iran. Die Währung hat sich seither gegenüber dem EURO und $ um das Dreifache entwertet.

 

Die Zeit vergeht dadurch rasant und nach der Besichtigung der prächtigen Abbasi Moschee ist es 18.00 Uhr. Der auf zwei Stunden angesetzte Stadtrundgang zog sich somit über den ganzen Tag hinweg. Unserem Guide macht dies gar nichts aus und er möchte uns noch mehr zeigen. Ich bin aber zu müde, der andere Teilnehmer auch und wir lehnen dankend ab.

 

Der Tag widerspiegelt die ausgeprägte Gastfreundschaft der Iraner und die Worte, die ich schon oft gehört habe - Willkommen im Iran.

Die Zentralmoschee in Yazd
Die Zentralmoschee in Yazd
Die Alstadt von Yazd besteht aus einem grossen Gassenlabyrinth
Die Alstadt von Yazd besteht aus einem grossen Gassenlabyrinth

Ohne Karte ist kaum etwas zu finden
Ohne Karte ist kaum etwas zu finden
Die Einheimischen fahren hier überall mit Motorrädern durch.
Die Einheimischen fahren hier überall mit Motorrädern durch.

Die Ladenbesitzer rechts und links haben mir abgeraten, hinunter zu steigen
Die Ladenbesitzer rechts und links haben mir abgeraten, hinunter zu steigen
Handwerkershops sind weit verbreitet
Handwerkershops sind weit verbreitet

Amir Chakhmag Komplex in Yazd
Amir Chakhmag Komplex in Yazd
Da sehe ich nicht mehr viel
Da sehe ich nicht mehr viel

Ruinen und Überreste vergangener Zeiten stehe hier einfach so rum
Ruinen und Überreste vergangener Zeiten stehe hier einfach so rum
Alles ist für alle zugänglich
Alles ist für alle zugänglich

Die Si-o-se Pol Brücke in Esfahan
Die Si-o-se Pol Brücke in Esfahan
Fehlt das Wasser, nutzen die Bürger die Brücke für eine Pause
Fehlt das Wasser, nutzen die Bürger die Brücke für eine Pause

Die Kirche im Armenienviertel
Die Kirche im Armenienviertel
Innen ist die Kirche pompös verziert
Innen ist die Kirche pompös verziert

Die Abbasi Moschee in Esfahan
Die Abbasi Moschee in Esfahan
Die Kuppel der Moschee hat einen unglaublichen Durchmesser von 42 Meter
Die Kuppel der Moschee hat einen unglaublichen Durchmesser von 42 Meter

Naqsch-e Dschahan, zweitgrösster Platz der Welt
Naqsch-e Dschahan, zweitgrösster Platz der Welt
Bald öffnen die Geschäfte im 7 km langen überdachten Bazar
Bald öffnen die Geschäfte im 7 km langen überdachten Bazar


Schlaufe in die Provinz Kurdistan / Grenze Irak

Von Esfahan nach Uraman Trakht und weiter nach Zandschan

Tag 61- 63 (Km 12'346)

Einheimische wissen bekanntlich, wo es am Schönsten ist und deshalb fahre ich auf deren Empfehlung eine grössere Schlaufe, um in die Provinz Kurdistan zu gelangen. Das bedeutet zuerst einmal ein paar hundert Kilometer Anfahrtsweg.

 

Am ersten Fahrtag biege ich nach 480 km in den Hotelparkplatz ein. Der ist voll belegt und ein Parkwächter stoppt mich. "Reservation, Reservation?" fragt er mich? Ich schüttle den Kopf und bevor ich etwas erwidern kann, höre ich den Parkwächter "full, full" sagen. Ausgebucht? Das kann ja wohl nicht sein, waren doch bis anhin alle Unterkünfte schwach besucht.

 

Müde steige ich von der KTM und folge dem Mann, der mir per Zeichensprache zu verstehen gibt, ihm in die Lobby zu folgen. Die Rezeptionistin spricht gut Englisch und erklären mir, dass heute ein islamischer Feiertrag sei und alle Hotels in der Stadt ausgebucht sind. Mein Blick muss so ungläubig gewesen sein, dass sie es gleich nochmals wiederholt mit dem Hinweis, dass sie leider nichts für mich tun kann. Mit dem habe ich jetzt gar nicht gerechnet und lasse mich in einen Sessel in der Lobby hineinfallen.

 

Nach fünf Minuten innerlichem Fluchen habe ich die schlechte Nachricht verdaut und suche auf der Karte die nächst grössere Stadt mit Unterkunftsmöglichkeiten. Ich werde fündig, nur liegt diese doch tatsächlich 100 km von hier weg und besitzt gerade mal ein Hotel. Es bleibt mir nichts anderes übrig, als mein Glück zu versuchen oder dann eben in meinem Zelt zu übernachten.

 

Zwei Stunden später liege ich frisch geduscht auf dem Bett im Hotelzimmer der besagten Stadt. Wenige Minuten später bin ich eingeschlafen.

 

Heute gehts in die Berge der Provinz Kurdistan. Es soll bis auf knapp 3'000 Meter hoch gehen und das Panorama wäre gigantisch.

 

Ich bin nicht lange unterwegs, fallen mir die ersten Männer mit den typischen Kurdischen Pluderhosen auf. Zudem geht es innerhalb der Ortschaft hektische und chaotischer zu und her, was teilweise den Verkehr lahmlegt. Ausser mir scheint das niemand zu stören. Sie tragen ja auch keine Motorradbekleidung bei knapp 35 Grad.

 

Auf der kurvigen Bergstrasse zur Ortschaft Nowsud, die nahe der irakischen Grenze liegt, stoppt mich der erste schwer bewachte Polizeicheck Point. Nach kurzer Passkontrolle und der Frage, wohin ich will, kann ich weiterfahren.

 

Nach Nowsud windet sich die Passstrasse die Berge hoch. Nach jeder Kurve wird die Aussicht gigantischer und ich sehe weit bis in den Irak hinein.

 

An der nächsten Kreuzung mit einer Strasse in den Irak, sperrt ein Armeecheckpoint die Weiterfahrt. Der Lieferwagen vor mir ist interessiert sie aber viel mehr als mich und so kann ich durchfahren.

 

Schmuggel ist gemäss den Einheimischen in diesem Gebiet ein riesen Geschäft. Aus dem Irak werden Güter mit hohen iranischen Importzöllen schwarz in den Iran gebracht. Umgekehrt wird billiges Benzin aus dem Iran in den Irak geschmuggelt.

 

Bis zu meinem Hotel im Nebental Uraman Takht folgt noch ein weiterer Checkpoint.

 

Am nächsten Tag kurve ich über eine schöne Passstrasse aus der Bergregion hinaus. Danach geht es auf einer Achterbahn, Hügel hoch, Hügel runter Richtung Kaspisches Meer bis zur Ortschaft Zandschan, wo ich eine Nacht bleibe.

 

Hat sich die Schlaufe gelohnt? Die Bilder beantworten diese Frage.

Anfangs geht es weiter durch Wüstengebiete
Anfangs geht es weiter durch Wüstengebiete
Dann wird das Land langsam fruchtbarer
Dann wird das Land langsam fruchtbarer

Und die Berge nahen
Und die Berge nahen
Der Dyala Fluss
Der Dyala Fluss

Die Ortschaft Nowsud und dahinter die irakischen Berge
Die Ortschaft Nowsud und dahinter die irakischen Berge
Coole Passstrasse
Coole Passstrasse

Gigantische Panoramen
Gigantische Panoramen
Es geht noch weiter hoch
Es geht noch weiter hoch

Irak
Irak
Einer dieser Militärcheckpoints
Einer dieser Militärcheckpoints

Das Uraman Takht Tal mit der gleichnagien Ortschaft
Das Uraman Takht Tal mit der gleichnagien Ortschaft
So wie es sich gehört. in Einerkollone die Strasse hoch
So wie es sich gehört. in Einerkollone die Strasse hoch

Die Orschaft Dizlli
Die Orschaft Dizlli
Der Cham-e Sarab-e Qamisch See
Der Cham-e Sarab-e Qamisch See


Ausflug ins Grüne

Von Zandschan nach Masouleh im Alborz Gebirge und weiter Richtung Norden nach Ardabil

Tag 64 - 65 (Km 12'806)

Ich sollte rechts abbiegen, aber mehrere auf der Strasse platzierte Plastikstangen versperren mir den Weg. Mitten drin steht der Dorfbeauftragte von Masouleh mit Trillerpfeife im Mund und versucht alle vor und nach mir kommenden Autos davon abzuhalten, rechts abzubiegen. Er lots alle nach links auf den weiter unten liegenden Parkplatz, der bereits überquillt. Ich halte bei ihm und werde mit einem gestressten Blick empfangen. Ich frage "Road closed?", er erwidert "no Englisch" und pfeift auch schon wieder einen Autofahrer zurück, der versucht abzubiegen.

 

Masouleh liegt im grünen Alborz Gebirge nahe des Kaspischen Meeres auf rund 1'000 Meter Höhe. Wegen des steilen Abhangs reihen sich die Häuser terrassenförmig aneinander. Innerhalb der Ortschaft gibt es kaum Strassen, sondern mehrheitlich Serpentinengassen. Durch seine malerische Lage und den kühleren Temperaturen, ist die Ortschaft bei den Einwohnern Teherans das Ausflugsziel Nr. 1.

 

Die besagte abgesperrte Strasse, diese geht als einzige durch das Dorf hindurch, muss ich nehmen, damit ich den weiter oben liegenden Pass überqueren kann. Damit ich dem Wächter das auf Google Map zeigen kann, auf Google Map sind alle Ortsnamen auch auf Persisch angegeben, stelle ich die KTM einige Meter weiter am Strassenrand ab. Ich steige vom Motorrad, drehe mich um und will loslaufen. Geht nicht, denn da steht eine Grossfamilie vor mir und die Männer wollen alle die KTM anschauen. Unterdessen zücken alle Frauen ihre Handys, um sie mit dem Bike und mir zu fotografieren.

 

Irgendwann schaffe ich es dann bis zum Wächter, der, Google sei Dank, nickend mir zu verstehend gibt, dass ich durchfahren kann. Also nichts wie los nur - beim Motorrad stehen mittlerweile die nächsten Iraner, die mich freudig empfangen.

 

Bestimmt aber freundlich gebe ich fünf Minuten später allen zu verstehen, dass ich weiterfahren muss, was auch verstanden wird.

 

Hinter Masouleh wird es ruhiger und bald geht es auf einer Schotterstrasse weiter durch die grünen Berghänge. Von der Passhöhe ist die Aussicht fantastisch. Schauen ich Richtung Masouleh, ist alles grün, schaue ich in die andere Richtung, ist alles braun. Erstaunlich, wie klar und deutlich die Wassergrenze sichtbar ist.

Weiter hinten liegt das Alborz Gebirge
Weiter hinten liegt das Alborz Gebirge
Der Sefid Rout Stausee
Der Sefid Rout Stausee

Schön, mal wieder eine grüne Landschaft zu sehen
Schön, mal wieder eine grüne Landschaft zu sehen
Ein erstnhaftes Problem. Die Strassenränder sind alle zugemüllt
Ein erstnhaftes Problem. Die Strassenränder sind alle zugemüllt

Mitten im Albroz Gebirge
Mitten im Albroz Gebirge
Die malerisch gelegene Ortschaft Masouleh
Die malerisch gelegene Ortschaft Masouleh

Richtiges Alpenwetter
Richtiges Alpenwetter
Kurz vor der Passhöhe
Kurz vor der Passhöhe

Wettergrenze
Wettergrenze
Der Übergang von grün auf braun
Der Übergang von grün auf braun

Schöne Moscheen gibt es nicht all zu viele
Schöne Moscheen gibt es nicht all zu viele
Mein Dessert. Schwarzes Sesammus mit Honig und ein Glas Dugh dazu
Mein Dessert. Schwarzes Sesammus mit Honig und ein Glas Dugh dazu


Mit geschwollenem Gesicht zur Grenze Armeniens

Von Ardabil nach Norduz - Grenze Armenien

Tag 66 (Km 13'106)

Meine Nerven melden einen stechenden Schmerz von meiner Oberlippe und an meiner Nase spüre ich ein Krabbeln. Intuitiv will meine linke Hand dahin greifen, was ich mit meinem Verstand gerade noch verhindern kann, bin ich doch in Schräglage in einer steilen Kurve und der schlechte Belag lässt die KTM durchschütteln. Also keine gute Idee, den Lenker loszulassen. Ich muss mich deshalb zwingen, das mehr als unangenehme Krabbelgefühlt auszuhalten, bis sich die Maschine am Strassenrand zum Stillstand gebracht habe.

 

Das kann es ja wohl nicht sein. Wie vor vier Tagen hat mich erneut eine Biene gestochen. Damals stach sie mir ins Handgelenk und mein Unterarm schwoll innert drei Stunden zu einer kleinen Wurst an. Erst seit heute sieht mein Arm wieder normal aus, wobei es immer noch juckt. Passiert mit meinem Gesicht nun das Selbe, schwirrt es mir als Erstes durch den Kopf?

 

Das Brennen in meiner Oberlippe verstärkt sich von Minute zu Minute und es fühlt sich so an, wie beim Zahnarzt, wenn dieser eine runde Wattenrolle zwischen die Zähne und Lippe schiebt. Meine linke Gesichtshälfte ist ebenfalls in Bewegung. Ich halte nochmals an und begutachte mich im Rückspiegel. Oje, meine linke Gesichtshälfte ist aufgegangen wie ein Hefegepäck im Ofen.

 

Eis hilft da als Erstes und so stoppe ich beim nächsten Getränkeladen, die es in jeder noch so kleinen Siedlung gibt. Glück im Unglück, sie verkaufen sogar gefrorene Wasser-PET-Flaschen und so sitze ich fünf Minuten später im Schatten vor dem Laden und Kühle meine Schwellung. Für Unterhaltung ist ebenfalls gesorgt, steht doch vermutlich die Hälfte der Siedlungsbewohner, hergelockt durch den ungewohnten Motorenlärm meiner KTM, vor mir.

 

Mit meinem temporären neuen Gesicht erreiche ich einige Zeit später die Grenze. Die Zollbeamten beider Seiten interessiert das wenig und stempeln meine Aus- und Einreise zügig ab. Der Papierkram für die KTM dauert wie üblich einiges länger.

 

Zwei Stunden später rolle ich zu meinen Guesthaus, dass gleich bei der Grenze liegt, und eise fleissig weiter.

Mmmmm, wie komme ich jetzt da raus?
Mmmmm, wie komme ich jetzt da raus?
Der erloschene Vulkan Sahand
Der erloschene Vulkan Sahand

Eine typische Siedlung im Norden Irans
Eine typische Siedlung im Norden Irans
Wie die Amerikaner lieben auch die Iraner den Pick Up als Auto
Wie die Amerikaner lieben auch die Iraner den Pick Up als Auto

Nomaden
Nomaden
Durch eine schöne Berglandschaft des Nordirans
Durch eine schöne Berglandschaft des Nordirans

In der Ferne sind die Armenischen Berge zu erkennen
In der Ferne sind die Armenischen Berge zu erkennen
Die Grenze am Aras Fluss
Die Grenze am Aras Fluss




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