Mit dem Motorrad in die Pyrenäen

Die Pyrenäen standen schon lange auf meiner Wunschliste und so freute ich mich, endlich Zeit zu haben, die Tour unter die Räder zu nehmen. Da leider nur acht Tage zur Verfügung standen, gab es keinen Ruhetag und auf einigen Strecken war Autobahn angesagt.

 

Dafür gab es bereits auf der Anreise durch Frankreich einige Höhepunkte, wie zum Bespiel die Tarnschlucht, das Viaduct de Millau und die Stadt Carcassonne. Die Fahrt durch die Pyrenäen war dann geprägt durch unzählige Passstrassen, sehr vielen Kurven, wenig Verkehr und etliche schöne Ausblicke und Panoramen. Leider muss ich aber auch erwähnen, dass viele Gebiete durch die Skiindustrie arg gelitten haben. So bin ich durch etliche fast ausgestorbene Dörfer gefahren und einige Pässe waren durch riesige Skistationen oder Parkplätze zugemauert.

 

Zum Glück gibt es aber weiterhin viele einsame und schöne Gebiete, vor allem dort, wo nur kleine Nebenstrassen hin respektive durch führen.


Zürich - St. Cirgues-en-Montagne

Tage 01 / 620 km

 

Die ersten 500 km legen wir auf der Autobahn zurück. So gewinnen wir Zeit, um die weitere Strecke auf Nebenstrassen Richtung Süden geniessen zu können. Nach ca. sechs Stunden erreichen wir über Genf und Lyon die Ortschaft Tournon-Sur-Rhone. Nach der Überquerung der Rhone kommen wir in die schöne kleine Altstadt. Hier ist erst einmal eine längere Pause angesagt.

 

Frisch gestärkt verlassen wir Tournon-Sur-Rhone und nehmen die Nebenstrasse D534. Wegen der hügeligen Landschaft wird die Strasse bald sehr kurvenreich und schmaler, was zu weniger Verkehr führt und uns natürlich erfreut.

 

Hinter dem Ort Lamastre geht es auf der D578 Richtung Le Cheylard weiter. Kurve an Kurve, rauf und runter. Nebst der schönen Streckenführung bietet uns die blühende Vegetation zusätzlich schöne Eindrücke. So geht die lange Autobahnfahrt spätestens ab hier in Vergessenheit. Nachdem wir in Le Cheylard angelangt sind, fahren wir auf diversen Nebenstrassen weiter bis wir nach insgesamt zwei Stunden Fahrt in der Ortschaft Saint-Cirgues-en-Montagne, unserem Tagesziel, ankommen.

 

In der kleinen Ortschaft ist das Hotel Les Cevennes schnell gefunden. Kaum vom Motorrad abgestiegen, steht auch schon der Chef des Hauses neben mir, begrüsst mich freundlich und bietet mir gleich an, die BMW in seine Garage einzustellen. Schön, hier werden Gäste noch bemerkt, wenn sie ankommen. Weiter geht es mit dem Bezug eines schönen Zimmers und einem sehr schmackhaften Nachtessen im familiären Hotelrestaurant. Rund um alles super und das erst noch zu moderaten Preisen.


St. Cirgues-en-Montagne - Carcassone

Tage 02 / 335 km (955 km)

 

Nach einem leckeren Frühstück und freundlichen Verabschiedung durch das Wirte Paar geht es erstmal weiter auf schmalen Nebenstrassen durch schöne Hügellandschaften. Nach ca. 45 Minuten kreuzen wir die N88, welcher wir nach links abbiegend bis nach Balsiège folgen. Danach biegen wir nach rechts auf die D986 ab. Nach knapp 18 km erreichen wir den Rand der Tarnschlucht und erhalten einen schönen Ausblick in die Schlucht und auf die Ortschaft Sainte-Enimie, in welcher wir nach weiteren 2 km ankommen. Es lohnt sich, einen Pausenstopp einzulegen und die Ortschaft ein wenig zu erkunden.

 

Die nächsten 36 km führen uns auf der D907 entlang des Tarnflusses durch die wunderschöne Schluchtenlandschaft bis zur Ortschaft Le Rozier. Motorradfahren vom Feinsten.

 

In Le Rozier angekommen, stehen uns zwei Möglichkeiten zur Verfügung, um weiter bis nach Millau zu fahren. Einerseits könnten wir weiter auf der D907 bleiben oder wir verlassen die Schlucht auf der D29. Wir nehmen die zweite Möglichkeit und überqueren den Tarnfluss und fahren auf der D29 aus der Schlucht heraus. Auch hier erhalten wir am Rande der Schlucht wieder einen sehr schönen Ausblick. Bald kreuzen wir die D110, welcher wir nach links Richtung Millau folgen. Nach weiteren 16 km erhalten wir dann einen grandiosen Ausblick auf die im Tal liegende Ortschaft Millau und dem Viaduct de Millau, die längste Schrägseilbrücke der Welt, die über das Tal spannt. Für diesen Anblick lohnt es sich definitiv, diese Routenvariante zu nehmen.

 

In der Ortschaft Millau überqueren wir erneut den Tarnfluss und biegen danach gleich nach links auf die D809 nach links ab. Nach einer weiteren Flussüberquerung geht es nach rechts auf die D992. Diese Strasse führt uns direkt unter dem Viaduct hindurch vorbei am Millau Viaduct Informationscenter, wo sich ein kurzer Stopp lohnt.

 

Die schöne Fahrt bis zum Viaduct hat einiges an Zeit benötigt und es liegen noch 160 km bis nach Carcassonne vor uns. Damit wir trotzdem noch etwas Zeit für die Besichtigung der dortigen Festungsanlage haben werden, legen ein schnelleres Tempo vor und wählen dadurch die besser ausgebauten Hauptstrassen. So erreichen wir Carcassonne ca. 2 1/2 Stunden später.

Ein Rundgang durch die Anlage ist beeindruckend und sehr zu empfehlen. Man ist aber definitiv nicht die einzige Person mit dieser Idee. Dank den vielen Restaurants innerhalb der Festungsanlage findet hier jeder etwas Geeignetes fürs Nachtessen.

 

Wegen seiner Nähe zur Festungsanlage, nur 200m vom Eingang entfernt, habe ich das Hotel Espace Cite gewählt. Die Zimmer sind zwar sehr klein, aber für eine Nacht geht das in Ordnung. Es gibt sowohl Aussenparklätze als auch eine Tiefgarage, welche aber kostenpflichtig ist. Frühstück ist im Preis inklusive.


Carcassone - Sort

Tage 03 / 245 km (1'200 km)

 

Wer die Festungsanlage ohne Rummel erleben möchte, sollte sich das vor oder nach dem Frühstück vornehmen. Dank der Nähe des Hotels zur Anlage ist dies problemlos möglich.

 

Wir verlassen Carcassonne auf der D118 Richtung Süden und erreichen nach etwas mehr als einer Stunde Fahrt die kleine Ortschaft Axat. Kurz dahinter durchqueren wir auf einer schmalen Nebenstrasse die kleine und schöne Schlucht Saint Gorges.


Bald darauf wird die Landschaft immer offener, wodurch wir die ersten Ausläufer der Pyrenäen sehen können. Weiter geht es zum Parc National Regional des Pyrenée Catalanes, welcher auf einem grossen Plateau liegt, von wo wir immer wieder schöne Panoramablicke erhalten. Wir durchfahren den ersten fast verlassenen Skiort Les Angles und gelangen nach weiteren 15 km auf die sehr gut ausgebaute Hauptstrasse N116. Da es keine Strassenalternativen gibt, legen wir die nächsten 70 km auf der Hauptstrasse zurück. Entpuppt sich  aber als nicht weiter schlimm, da die Strasse viele Kurven bietet und durch schöne Gebiete führt.

 

Nach der kleinen Stadt La Seu d'Urgell geht es weiter auf der Hauptstrasse N260, welche bei der Ortschaft Adrall rechts weg geht Richtung Sort. Ab hier führt uns die Strasse in einem kurvenreichen Band zur Passhöhe des Coll de Canto auf 1720 m, unserem ersten Pyrenäenpass auf unserer Tour. Da die meisten Pässe in den Pyrenäen um die 2000m liegen, sind sie mehrheitlich sehr grün und bewaldet.

 

Nach einem ausgiebigen Pausenstopp fahren wir weiter bis nach Sort, unserem Tagesziel von heute. Diese Strecke entlarvt sich als wahrer Fahrspass, folgt doch eine Kurve nach der anderen und die Strasse ist in einem sehr guten Zustand. Verkehr gibt es auch sehr wenig und so brauchen wir einiges weniger Zeit als üblich um 25 km zurück zu legen. Zum Glück begann es erst kurz vor Sort zu regnen.

 

Das Wort Sort bedeutet auf Spanisch Glück. Dies nehmen viele Spanierinnen und Spanier sehr ernst und fahren extra hier her um Lose für die Weihnachtslotterie zu kaufen. Wegen den hohen Verkaufszahlen gab es inneralb von 10 Jahren fünf Hauptgewinne, was wiederrum dazu führt, dass noch mehr Besucher kommen. Wer also sein Lottoglück versuchen möchte, ist hier eventuell am richtigen Ort.

 

Als Unterkunft kann ich das Hotel les Brases sehr empfehlen. Es bietet zu sehr günstigen Preisen schöne grosse Zimmer an. Ein reichhaltiges Frühstück ist inbegriffen. Das Nachtessen ist gut und ebenfalls preisgünstig. Motorräder können in der hoteleigenen Garage gratis abgestellt werden.


Sort - Barèges

Tage 04 / 335 km (1'535 km)

 

Vorweg gilt es zu erwähnen, dass die Pyrenäenpässe mehrheitlich unter 2'000 Höhenmeter liegen. Dadurch ist es möglich, so viele Pässe an einem Tag überqueren zu können.

 

Wir verlassen Sort auf der Hauptstrasse N260 um kurze Zeit später, nach der kleinen Ortschaft El Compte, rechts auf eine kleine Nebenstrasse abzubiegen. Ab hier geht es kurvenreich in die Höhe auf 1'100m zum Alt de Moncortes. Vorbei am gleichnamigen See geht es wieder Richtung Tal bis wir die Hauptstrasse N26 erreichen, wo wir uns rechts halten.

 

Wir bleiben auf der N260 und gelangen bald zum nächsten Pass dem Coll de la Creu de Perves auf 1'350m. Der Verkehr ist sehr gering und die Strasse mehrheitlich gut ausgebaut, wodurch wir die Kurvenfahrt etwas auskosten können.

So kommen wir bald zum See Pantà d'Escales, nachdem die N260 in die N230 übergeht. Ein paar Kilometer weiter nach der Ortschaft Les Bordes geht es nach links weiter auf der N260 und weitere 3 km später biegen wir links auf die kleine Nebenstrasse A1605 ab.

 

Knappe kurvenreiche Dreiviertelstunden später gelangen wir wieder auf die Hauptstrasse. Auf der gut ausgebauten Strasse geht es über den Collado de Foradada auf 1'000m Höhe. Weitere 100 km später geht die N260 bei der Ortschaft Biescas in die A136 über.

 

Ein schön gelegener Rastplatz beim See Embalse de Bubal lädt förmlich zu einer längeren Pause ein.

Wieder im Sattel geht es auf der A136 zum höchsten Pass unserer heutigen Etappe auf den Col de Pourtalet auf 1'794m. Zuerst überqueren wir aber die Grenze zu Frankreich, was einem ohne Karte gar nicht bewusst werden würde. Die Passhöhe wird leider von einem sehr grossen Parkplatz der Skistation dominiert. Zum Glück hat es nicht so viele Autos unterwegs, wie hier parken könnten.

 

Nach Passabfahrt gelangen wir an die Kreuzung mit der D918, welcher wir nach rechts folgen. Und schon geht es wieder aufwärts Richtung dem zweithöchsten Pass von heute zum Col d'Aubisque. Auch hier kommen wir kurz vor der Passhöhe an einem grossen Skiresort vorbei. Das Wetter hat auch etwas gedreht und wir sind plötzlich umringt von einer dicken Nebelschicht. Somit ist die Sicht auf der Passhöhe nur grau, grau und nochmals grau.

 

Die Strasse zum nächsten Pass führt uns auf 1'400m entlang der Bergkette und bald sind wir beim Col du Soulor angelangt, unserem letzten Pass von heute. Leider sehen wir auch hier  nicht allzu viel, was sich dann glücklicherweise kurz darauf ändert und wir das schöne Panorama teilweise geniessen können. Nach einer weiteren Stunde Fahrzeit erreichen wir unser Tagesziel die kleine Ortschaft Barèges.

 

Im familiär geführten Hotel Les Castets d'Ayré werde ich sehr freundlich empfangen. Da die Hotelbesitzerin aus Sicherheitsgründen nicht möchten, dass ich das Motorrad auf dem gegenüberliegenden Parkplatz über Nacht abstelle, räumt sie kurzerhand im kleinen Vorgarten des Hotels alle Tische und Stühle weg, damit ich das Motorrad dort parkieren kann. Was für ein Service. Das Nachtessen schmeckt dann ebenfalls sehr lecker und rundet den schönen Tag perfekt ab.


Barèges - Andorra La Vella

Tage 05 / 263 km (1'798 km)

 

Nach einem ausgiebigen und feinen französischen Frühstück, geht es bei schönstem Wetter gleich zum ersten und höchsten Pass von heute, dem Col du Tourmalet auf 2'115m, los. Unter der Woche und ausserhalb der Feriensaison gibt es fast keinen Verkehr und so lässt sich die gut ausgebaute Passstrasse in vollen Zügen geniessen.

 

Aber Achtung, plötzlich gibt es unvorbereiteten Besuch einer Lamaherde, welche für ihre morgentliche Siesta die Strasse benutzt. Sie lassen sich von meinem Motorrad oder von mir überhaupt nicht stören oder beeindrucken und schauen mir ziemlich gelassen entgegen, als ich im Slalom um sie herum gefahren bin. Oben auf der Passhöhe angelangt, erwartet uns ein schönes Panorama, welches auf der einen Seite felsig und eher kahl ist und auf der anderen Seite sehr grün und bewaldet.


In der Ortschaft Sainte-Marie de Campan geht es für uns nach rechts auf der D918 weiter. Bereits nach knappen 13 km Fahrt befinden wir uns auf der Passhöhe des Col d'Aspin auf 1'490m. Auch auf dieser Strecke gibt es sehr wenig Verkehrt dafür aber dieses Mal eine Kuhherde, welche sich genau auf Passhöhe tummelt. Kein Wunder bei dem schönen Panorama, welches uns hier erwartet.


Nach einer schönen und kurvenreichen Fahrt gelangen wir zur Ortschaft Arreau, wo wir nach bei der Kreuzung mit der D618 nach links auf diese abbiegen. Die Strasse steigt bereits wieder an und bringt uns über den Passrücken des Col de Peyresourde. Der Passrücken ist sehr lang gezogen und bietet keine besonderen Ausblicke, wodurch sich ein Pausenstopp nicht wirklich lohnt.


Ein Pass folgt dem anderen und so erreichen wir bereits 22 km später die sehr grüne Passhöhe des Col du Portillon, welche auf 1'300 Höhenmeter liegt. Hier gibt es weder Verkehr noch irgendeine Tierherde, welche die Strasse für sich beansprucht. Auf der Talfahrt passieren wir wieder die Grenze nach Spanien.

 

Kurz vor der Ortschaft Bossost biegen wir nach links auf die N230 ab und folgen auf dieser Strasse für längere Zeit dem Fluss Garonne. In Vielha geht es für uns nach links auf der C28 weiter, auf welcher wir auf die Passhöhe des Port de la Bonaigna auf 2'072m gelangen. Auch hier fast keine Autos dafür eine Pferdeherde, welche es sich rund um die Passstrasse niedergelassen hat.

 

Die nächsten 50 km lassen jedes Motorradfahrerinnen- und Fahrerherzen höherschlagen. Die sehr gut ausgebaute Strasse führt uns nämlich in unzähligen Kurven durch eine sehr schöne Seen- und Flusslandschaft bis nach Sort.

 

Nach einem Pausenstopp überqueren wir nochmals den Port de Canto, wo uns ein weiteres Mal ein wunderschönes Panorama erwartet.

 

Ab der Ortschaft La Seu d'Urgell steigt das Verkehrsaufkommen rasant an, da wir uns nun auf der Hauptverkehrsachse von Spanien nach Andorra befinden. Nach einer knappen 30 minütigen Fahrt erreichen wir dann die Haupttstadt Andorra la Vella.

 

Bedingt durch die sehr tiefen Steuern zieht Andorra jährlich knapp 10 Millionen Besucher an, wovon 80 % nur für einen Shoppingtag anreisen. Entsprechend hoch ist die Dichte an Shopping-Malls und Einkaufsstrassen und vor allem des Autoverkehrs. Wer also Platz im Gepäck hat und über das nötige Kleingeld verfügt, kann hier billig einkaufen.

 

Die Hoteldichte ist sehr hoch und die Preise variieren sehr stark gemäss dem Auslastungsgrad des jeweiligen Hotels. Ich bekam dadurch ziemlich günstig ein super Zimmer im Luxushotel Plaza in Zentrum. Das Hotel verfügt über eine Tiefgarage, wobei diese wie überall in Andorra gebührenpflichtig ist. Für Motorräder kostet es in etwa 10 - 13 Euro pro Nacht. Wem das zu teuer ist, findet sicher einen Platz bei einem der vielen ungesicherten Motorradparkplätze im Freien.


Andorra La Vella - St. Cécile-les-Vignes

Tage 06 / 445 km (2'243 km)

 

Heute gilt es bereits wieder Abschied zu nehmen von den Pyrenäen. Zuerst warten aber noch vier schöne Pässe auf uns, wobei der Höchste gleich am Anfang auf dem Weg nach Frankreich auf uns wartet.

 

Wir verlassen Andorra Richtung Norden und erreichen bereits nach 30 km die auf 2'400m liegende Passhöhe des Port d'Envalira. Wer nicht über den Pass fahren möchte, kann auch den 4 km langen Strassentunnel benutzen, wobei dies mit Strassengebühren verbunden ist. Kurz nach der Passhöhe gelangen wir in den Skiort Pas de la Casa, welcher direkt an der Grenze zu Frankreich liegt.


Unser nächstes Ziel ist die Ortschaft Ax-Les-Thermes, wo wir rechtsabbiegend die Nebenstrasse D613 Richtung Quillan nehmen. Schnell steigt die Strasse an und bringt uns auf den Pass Col de Chioula auf 1'430m. Von hier haben wir einen schönen Rundblick mit den Ausläufern der Pyrenäen. Kurze Zeit später sind wir bereits auf dem Pass Col de Marmare auf 1'360m und 15 Minuten später auf dem Col des Sept Frères, wo uns wieder ein schönes Panorama erwartet. Das war zugleich unser letzter Pass und mit dem Erreichen der Ortschaft Quillan verlassen wir die Pyrenäen.

 

Die Temperaturen steigen merklich an und so ist zuerst einmal eine Pause an einem schattigen Plätzchen angesagt.

 

Unser nächstes Ziel ist die gut erhaltene Katharerburg Peyrepertuse, welche hochoben in den Felsen erbaut wurde. Für die Anfahrt nehmen wir die kleine Nebenstrasse D14. In der Ortschaft Duilhac-sous-Peyrepertuse folgen wir den Wegweisern zur Burg. Die Strasse bringt uns unterhalb den Felswände, auf welcher die Burg erbaut wurde.

 

Der letzte Abschnitt hoch zur Burg kann dann nur in einem ca. 15-minütigen Fussmarsch unternommen werden. Tickets gibt es gleich beim Startpunkt des Fussmarsches. Wer trotz Motorradkluft die Kurzwanderung auf sich nimmt, wird mit einer wunderschönen 360 Grad Aussicht belohnt.

 

Wir fahren weiter auf der D14. Nach der Ortschaft Padern schlängelt sich die Strasse durch eine schöne Schluchtenlandschaft, wo wir die letzten schönen Ausblicke unserer heutigen Tour geniessen können. Über Tuchan auf der D611 und später D611a und D3 erreichen wir bei Sigean die Autobahn A9.

 

Ab hier geht es auf die Autobahn, damit wir die ersten 200 km unseres Rückweges etwas schneller angehen können. Bei der Ausfahrt Nr. 21 Orange-Centre verlassen wir die Autobahn und nehmen die D43 bis wir nach ca. 18 km unser Tagesziel die Ortschaft Sainte-Cécile-les-Vignes erreichen. Auch hier erwartet uns im Hotel La Farigoule eine sehr freundliche und hilfsbereite Gastgeberin. Ein sehr feines Nachtessen in der Gartenlaube des Hotels rundet die schöne Tagestour perfekt ab.


St. Cécile-les-Vignes - Chamonix

Tage 07 / 331 km (2'574 km)

 

Heute warten mehrheitlich 330 km Nebenstrassen auf uns, was einiges an Zeit beanspruchen wird. Deshalb lohnt es sich frühzeitig zu starten, um noch etwas Zeit für dei Besichtung von Chamonix zu haben. Über die Ortschaften Crest, Saint Nazaire, Tullin kommen wir nach Voiron. 


Nach Voiron durchfahren wir den landschaftlich sehr schönen Parc Naturel Regional de Chartreuse, der nebst einigen Schluchten und Höhlen auch Passfahrten zu bieten hat. Nach knapp 60 km Fahrt erreichen wir dann Chambéry.


Ab Chambéry folgen wir der Hauptstrasse D1009, welche während 35 km entlang des Flusse Isère verläuft. Bei Albertville geht es für uns auf der D1212 durch schöne Gebiete über Flumet nach Saint-Gervais-les-Bains.

 

Die letzten 20 km legen wir auf der sehr gut ausgebauten Schnellstrasse N205 zurück. Direkt vor Chamonix erhalten wir dann einen schönen Blick auf den Gletscher Bossons, der weit ins Tal hinunter kommt.

 

Die Hotelpreise in Chamonix variieren ebenfalls sehr stark nach Auslastung und Saison. Kommt man also in der Nebensaison, bekommt man problemlos ein schönes Zimmer zu günstigen Preisen inklusive Frühstück. Bei mir war es das Hotel Pointe Isabelle, welches ich empfehlen kann. Es liegt mitten in Chamonix mit unzähligen Restaurants in der Umgebung. Zudem bietet das  Hotel kostenlose, aber nicht bewachte Parkplätze an.


Chamonix - Zürich

Tage 08 / 303 km (2'877 km)

 

Das Wetter präsentiert sich von seiner schönsten Seite, wodurch der Gletscher Bossons noch gewaltiger erscheint, als am Vortag. Los geht es Richtung des ersten Passes, dem Col de Montets, welchen wir bereits nach 20 km Fahrt erreichen. An diversen Orten eröffnet sich ein wunderschönes Panorama auf den Mont Blanc, was zu einigen kurzen Stopps führt. Ein Genuss. Nach weiteren 20 km erreichen wir den Col de la Forclaz. Da beide Pässe ungefähr 1'500 Höhenmeter aufweisen, gestaltet sich die Anfahrt von Chamonix nicht allzu kurvenreich. Die Abfahrt nach Martigny ist dann kurvenreicher und bietet uns tolle Ausblicke ins Schweizer Rhonetal.

 

In Martigny angekommen geht es kurz für 20 Minuten auf die Autobahn bis nach Aigle. Hier startet die schöne Fahrt durch das Berner Oberland über die Ortschaften Saanen, Zweisimmen bis nach Spiez am Thunersee.

 

In Spiez halten wir uns Richtung Interlaken und danach weiter nach Brienz. Ab Interlaken nehmen wir bewusst die Strasse Nr. 6, welche rechts über 20 km weit am Brienzersee entlang verläuft. Eine sehr gut ausgebaute Strasse mit wenig Verkehr und wunderschöne Ausblicke auf den See und Alpen.

 

Kurz nach Brienz geht unser Weg über den vielbefahrenen Brünig Pass, von wo wir ebenfalls herrliche Ausblicke Richtung Lungern- und Sarnersee geniessen können. Über Sarnen gelangen wir nach Alpnach. Ab hier geht es entweder direkt auf die Autobahn oder dem Vierwaldstättersee entlang bis nach Steinibach und ab dann auf die Autobahn. Eine knappe Stunde später endet die schöne Pyrenäentour in Zürich.


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