Mit dem Motorrad nach Georgien, Rumänien, Bicaz Schlucht, KTM 690 Enduro

Durch die Karpaten

Bereits gestern bei der Fahrt nach Sapanta ist mir der hohe Strassenverkehr aufgefallen. Das bleibt leider während den nächsten Tagen so. Das liegt vermutlich daran, dass das rumänische Autobahnnetz noch im Aufbau ist und dadurch die Haupt- und Nebenstrassen den stark gestiegenen Verkehr auffangen müssen.

 

So donnern Auto um Auto und Lastwagen um Lastwagen mit hoher Geschwindigkeit durch die dicht an den Strassen liegenden Dörfer. Dabei wird die Verkehrslawine immer wieder abrupt durch Kühe, Pferdegespanne oder parkierenden Wagen gestoppt. Für etliche Siedlungen ist daher Schluss mit dem idyllischen Dorfleben.

 

Die Karpaten im Norden Rumäniens durchquere ich über den Pislop Pass und drehe danach eine Ehrenrunde über die Transrarau Alpenstrasse. Die Strassenverhältnisse sind super, was den drehfreudigen, kraftvollen KTM Motor freut.

 

Auf der Strecke zur Bicaz Schlucht stoppt mich anfangs des gleichnamigen Sees eine Verbot- respektive Einbahnstrasse. "Gar nicht gut" schiesst es mir durch den Kopf, gibt es doch keine andere Strasse in diese Richtung. Ich stelle den Motor ab, um auf dem Navi nach einer anderen Route zu suchen.

 

Den Rumänen scheint diese Strassensperrung ebenfalls nicht bekannt zu sein, stoppen doch laufend Autos vor der Signalisation. Einige drehen ohne zu halten um, andere steigen aus und diskutieren mit dem Bauer, der gerade das Gras schneidet. Kurz darauf fahren diese weiter.

 

Ein weiteres Auto stoppt neben mir und der Lenker ruft mir auf Englisch zu, ich solle auch weiterfahren. Es sei kein Problem. was denn auch so war. Verbotsschilder haben eben nicht überall auf der Welt die gleiche Bedeutung.

 

Heute ist es nun soweit und ich überquere auf der berühmten Transforgarascher Hochstrassen die Transilvanischen Alpen.

 

Durch andere Biker über das Verkehrsgedränge vorgewarnt, bin ich vor 10 Uhr bei der Passstrasse. Zügig geht es in die Höhe, wobei der dichte Wald keine Weitblicke frei gibt. Dafür sorgen etliche Autofahrer und ihre Mitfahrende für Unterhaltung. Im Wagen vor und hinter mir stehen jeweils zwei Jungs im Wagen und schauen oben durchs Dachfenster. Zwei weitere lehnen sich aus den Seitenfenster. Dabei sind alle am Filmen. Viel zu sehen gibt es zwar nicht, aber das schein sie nicht zu stören.

 

Etwa in der Hälfte der Strecke zieht sich der Wald zurück und gibt den Blick auf die sich hochschlängelnde Strasse frei. Von oben herab ist das Strassenbild noch viel schöner, was diese Passstrasse so bekannt gemacht hat.

 

Kurz vor dem Gipfel ist dann fertig mit der Aussicht geniessen, denn ich stehe im Stau. Auch wenn's eng ist, überhole ich und quetsche mich Millimeter genau zwischen den Autos durch. Geschafft und die Passhöhe, mit den unzähligen Souvenir und Essbuden, hunderten von Menschen und quer stehenden Autos liegt hinter mir.

 


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