Mit dem Motorrad durch Spanien, Pyrenäen, Espot, Espui, Schotterstrasse, Suzuki DRZ400S

Panoramapisten und verlassene Dörfer

Wieso fahre ich eine Enduro? Weil es mit der Maschine Spass macht, geschüttelt und gerüttelt auf einsamen Schotterpisten unterwegs zu sein. Und von diesen Pisten gibt es hier auf der spanischen Pyrenäenseite genügend.

 

Doch zuerst werde ich einmal richtig nass, als ich in Sort morgens auf einen Rundkurs losfahre. Anfangs sieht es lediglich bedeckt aus. Je weiter ich aber in meine Richtung fahre, umso dünkler wird es. Plötzlich teilt vor mir ein Blitz den grauen Himmel und schlägt irgendwo mit einer Feuersbrunst ein.

 

Nicht gut, meldet mein Hirn und leitet trotz Gegenwehr der positiven Gedankenzüge ein Umkehrmanöver ein.

Kaum habe ich mich damit abgefunden, prasselt der Regen rücksichtlos auf mich runter. Unterschlupf? Gibt es hier weit und breit keinen. Also Visier schliessen und Gas geben.

 

Tags darauf starte ich einen zweiten Versuch. Wolken kann ich keine erkenne, weil der Nebel alles einhüllt. Der lichtet sich dann aber schnell und die ersten Sonnenstrahlen zwickern mir zu.

 

Belohnt werde ich mit einer geschotterten Fahrt durch die wilde Landschaft des Caca de Bourmot Naturreservat.


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Am nächsten Tag wartet weit oben die Höhenkammstrasse zwischen Espui und Espot auf mich. Begleitet werde ich von einer riesigen Schafsherde, die links und rechts der Schotterstrasse weiden und ich somit mitten durch fahre.

 

Gibt es da nicht diese riesigen Schutzhunde, die es gar nicht lustig finden, wenn ich mit meinem für sie unbekannten Motorrad seine Herde teile? Gespannt versuche ich auszumachen, ob sich irgendwo einer dieser Monster auf mich zubewegt.

 

Dann kommt die Entspannung. Der Hirte steht hinter der nächsten Kurve und neben ihm sein Hund, der alles andere als wie ein Monster aussieht.

 

Beruhigt kann ich weiterschottern und die einmalige Aussicht aufsaugen bis mich eine kleine Pferdeherde stoppt, die es sich auf dem Weg bequem gemacht haben. Unberührt ignorieren sie mich und denken wohl «Der kann uns mal, der Störefried»

 

Ich stelle den Motor ab und schnalze wie die Cowboy's in den Westerfilmen. Nichts, nicht mal ein müdes Schnauben. Also steige ich ab und fuchtle mit meinen Armen rum und johle. Das muss wohl lustig sein, den plötzlich schauen mich alle an und würden, sofern sie es könnten, grinsen.

Nun reicht es mir und ich gehe auf sie zu und gestikulere noch mehr mit meinen Armen. Das zeigt Wirkung und die Jüngsten machen sich davon. Der frei werdene Platz reicht für mich und ich schlängle mich langsam durch.

 

Abends erreiche ich Vielha im Val d'Aran, einer der bekannten Skiort in den Pyrenäen.

 

Tagsdarauf durchquere ich den tief eingeschnitten Canyon del Vellos. Das mehr schlecht als recht geteerte Strässchen ist so schmal, das nur Einbahnverkehr möglich ist. Zu meinem Glück verläuft meine Route identisch mit der Einbahnregelung. Dafür versperrt mir bei der Schluchtausfahrt beim Nationalpark Ordesa y Monte Perdido eine grüne Schranke den Weg. Schöner Mist.

 

Der Umweg hält sich aber in Grenzen und ich erreiche meine Unterkunft in Broto am späten Nachmittag. Für meinen Gastgeber aber immernoch zu früh. Macht nichts, denn die Bleibe ist mitten im alten Dorfkern, wo ich ein wenig herumstöbere bis er mich reinlässt.


Mein nächsten Ziel ist der Nationalpark Bardenas Reales, der ausserhalb der Pyrenäen liegt. Ich steure deshalb mein Krad in westliche Richtung und gelange auf kaum befahrenen Strässchen zum Fuss der Pyrenäen. Die letzten Kilometer der heutigen Route schottere ich über eine kleine Bergkette, wo oben ein Aussichtpunkt eine unvergessliche Weitsicht bieten soll.

 

Ich werde nicht enttäuscht. Von dem auf einem Felsenplateu liegende Mirador de los Buitres ist der Ausblick auf die roten Felswände Mallos de Riglos uneingeschränkt. Hinzu kommt der Weitblick bis weit in die Provinzen Huesca und Navarra hinein.

Auffallend ist, dass ich auf der heutigen Fahrt vermehrt durch alte Dörfer und Siedlungen gefahren bin. Das ist in den Skigebieten ganz anders. Dort durchquerte ich hauptsächlich neu aufgebaute Dörfer, die ausschliesslich dem Tourismus dienen. Die Mehrheit der Häuser sehen identisch aus, wodurch die Dörfer wie Retortensiedlungen in der Landschaft stellen. Verstärkt wird dass noch dadurch, dass ausserhalb der Sommer und Wintersaison kaum jemand dort wohnt. Dadurch wirken sie wie moderne Geistersiedlungen.

 

Apropos Geistersiedlungen. Die gibt es leider auch. Ist kein Skigebiet in der Nähe, droht das vermutlichen etlichen kleinen Dörfern in den abgelegenen Tälern.



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