Mit dem Motorrad durch Spanien, Bardenas Reales, Suzuki DRZ400S

Wo sind die Cowboy's und Indianer?

Bardenas Reales - sagt sich so schön und klingt abenteuerlich, jedenfalls für mich. Hinzu kommt, dass dieses Gebiet in der autonomen spanischen Gemeinschaft Navarra liegt. Noch so ein Name, der nach wilder Landschaft klingt, wo hinter jedem Busch ein Cowboy oder Indianer auftaucht.

 

Meine luxuriöse Unterkunft liegt auf einem Hügel mit einem Weitblick der Extraklasse. Von hier oben sehe ich bereits in die Bardenas und meine Vorfreude steigt bei jedem Blick in die Ferne.

 

Die Bardenas sind ein Halbwüstengebiet, in dem der Wind, Wasser und Sonne eine bizarre Landschaft formte. Sie ist so speziell, dass das Gebiet von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt wurde.

Der Naturpark umfasst zwei Hauptteile. Die Bardenas Blanca mit tiefen Schluchten und Bergen, die von Carbezos gekrönt werden. Sehr fotogen, weshalb sie oft als Promitionssujet dienen.

 

Die Bardenas Negro sind der grünere Teil und werden von den Aleppo Kiefern dominiert

 

Gespannt besteige ich deshalb meine Enduro und freue mich auf meinen Erkundungstag. Keine 500Meter später, rumple ich bereits auf der ersten Schotterstrasse den Hügel hinunter. Das passt doch schon Mal zur kargen Landschaft.


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Die Besichtigung des geschützen Gebietes kostet keinen Eintritt, weshalb es mehrer Einfallsstrassen gibt, die alle geschottert sind. Ich entscheide mich für den Haupteingang, um einen Blick ins Visitor Center zu werfen.

 

Der Parkplatz ist übersäht mit Wohnmobilien jeglicher Bauart, von wüstentauglichen Fahrzeugen bis hin zum Luxuswohnheim auf vier Rädern. Wollen die wirlich alle auf die Naturstrasse, die durch den Park führt? Leider ja.

 

Und so werde ich auf den ersten paar Kilometern durch diese Ungetüme eingestaubt, was meine Sicht als auch meine Laune trübt.

Zum Glück tragen die vielen kurz aufeinander liegenden Aussichtspunkte und Wanderwege zu einer Verteilung bei. Wie es hier wohl in der Hochsaison zu und her? Ich möchte es nicht herausfinden.

 

Als ich dann auf die 13 km lange Schotterpiste zum El Pastor Monument abbiege, wird es richtig ruhig und ich kann die Wüstenlandschaft geniessen. Die Statue ist Sinnbild dafür, dass die umliegenden Viehzüchter seit Jahrhunderten das Recht haben, ihr Vieh in den Bardenas weiden zu lassen, wobei ich mich frage, wo die Rinder bei der kargen Landschaft etwas zu futtern finden. Vermutlich sind sie einfach genügsam


Ich finde noch andere kaum befahrene Holpersträsschen, die mich früher oder später ebenfalls zu den landschaftlichen Höhepunkte bringen. Dabei vergeht die Zeit wie im Fluge. Macht nichts. Bis eine Stunde vor Sonnenuntergang darf ich im Park rumfahren und je später es wird, umso weniger Besucher begegnen mir.

Etwas entäuscht, aber dennoch zufrieden, parke ich abends mein Motorrad erneut bei meiner Herberge und lasse den Tag mit einem ungestörten Weitblick ausklingen.

 

PS: Es wundert mit nicht, dass die Cowboys und Indianer das Gebiet verlassen haben und nur noch zurückkehren, wenn sie für eine Filmrolle engagiert sind.



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