Seealpen mit dem Motorrad

10.07. - 19.07.2021 - unterwegs

Honda Schweiz bietet mir die Gelegenheit, die Honda CRF300Rally während zehn Tagen auf einer Motorradreise in die Seealpen Region unter die Lupe zu nehmen.

 

Damit der Test für mich aussagekräftig ist, belade ich die Maschine mit meinem gesamten Fernreisegepäck und wähle so gut wie möglich eine Route, wie auf meinen Fernreisen. Hier geht es zum Testbericht.


Von Zürich über den Brünig, Beatenberg, Col des Mosses, Col Pierre Moelle bis ins Wallis

Wegen den wenigen vorhergesagten Schönwettertage starte ich meine Testreise in die Seealpen-Region einen Tag früher.  Klar möchte ich die CRF auch im Regenwetter testen, aber es muss ja nicht gleich am ersten Tag sein.

 

Das Reckless 80L Gepäcksystem von MoskoMoto ist schnell auf die Maschine angepasst und eben so schnell packe ich. Habe ja langsam Routine darin.

 

Fertig gefrühstückt und los gehts.

 

Kaum losgefahren fallen mir drei Punkte positiv auf

  • der Kupplungszug ist butterweich - den kann ich sogar mit meinem kleinen Finger ziehen - unglaublich
  • Die Gänge rutschen rein, als ob es keine Getriebe gäbe
  • Ruckeln kennt dieser Motor nicht, egal in welchem Gang und Tourenanzahl

Entspannt fahre ich die ersten 60km über die Autobahn. Die Windschutzscheibe hält, was sie verspricht. Dafür schwirrt mir der Wind um den Helm herum. Solange das Visier untern ist, stört mich das nicht. Mit offenen Visir wird es aber unangenehem. Leider auch bei niedrigeren Geschwindigkeiten auf den Nebenstrassen.

Über die erste Passstrasse bringt mich die Honda flotter, als ich gedacht habe. Einfach etwas hochtouriger fahren und dann bringen die 27 PS mehr, als erwartet. Sogar überholen liegt drin.

 

Die Stollenreifen bieten zudem einen guten Gripp und bringen die kleine Honda flott durch die Kurven.

 

Die CRF zeigt sich also gleich am ersten Tag von ihrer positiven Seite.

 

Dafür offenbaren die Federelemente über die schmale, zeitweise holperige Passstrasse des Col Pierre Moelle erste Schwächen. Fahre ich mit etwas Tempo über die Bodenwellen, ist das Federbein schnell überfordert und quittiert dies mit einem Geschaukle, wogegen die Gabel die Überfahrt von kleinen Schwellen hart nach oben meldet. Leider lässt sich sowohl das Federbein als auch die Gabelfederung nicht individuell einstellen.

 

Bei der abendlichen Kontrolle der Gepäcksbefestigungen wird dann leider sichtbar, dass der Auspuff anscheinend ziemlich heiss wird, da es an der Satteltasche über dem Auspuff am Material diverse Hitzespuren hat. Da muss ich auf der morgigen Etappe öfters ein Auge darauf werfen.


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Vom Wallis über sieben Pässe bis nach Susa im Piemont

Heute bringt mich die Honda über einen Pässemarathon ins Piemont. Kein leichte Aufgabe mit ihren 27 PS.

 

Beim Aufsitzen und starten fühle ich mich schon recht heimisch auf der Maschine. Das spricht für die bequeme Sitzhaltung auf der Honda. Der ruckellose Motor tut dann das Seine hinzu, dass ich mich auf die Passfahrten freue.

 

Gleich hinter Martigny wartet die schmale Passstrasse des des Col de Champex auf die Honda. Hier wird klar, dass ist ihr Element. Durch die über 20, teils steilen Kehren, kurvt sie problemlos im 2. Gang durch. Nur mit Gegenverkehr in der Kehre muss ich aus Platz- und Tempogründen in den 1. Gang schalten.

 

Die nächste Herausforderung ist der Grosse San Bernard mit seiner gut ausgebauten Strasse bis zum Tunnel und danach zur Passhöhe. Hinzu kommt, dass heute Sonntag ist und viel Ferienverkehr herrscht plus unzählige Motorradausflügler.

 

Natürlich sind die 27PS für eine solche Passstrasse nicht der Hammer, aber völlig ausreichend. Im 3. und 4. Gang treibt die Honda problemlos mit dem Verkehrsfluss mit. Ja sogar die langsamen Wohnmobilie überholt sie, wenn genügend Platz auf der Gegenfahrbahn besteht.

 

Das mit ihr kein Bergrennen zu gewinnen ist, ist ja von Anfang an klar. Deshalb versuche ich das erst gar nicht und geniesse dafür die Passfahrt ab dem Tunnel hinauf zum Grossen St. Bernard. Klar werde ich dabei gefühlte tausend Mal von powergeladenen Motorrädern überholt.

Nur weiss ich oben noch, wo ich durchgefahren bin, während die anderen nur wissen, bei welcher Kurve sie zu schnell waren.

 

Durch das Aostatal halte ich mich von der Hauptverkehrsachse fern und cruise lieber auf schmalen Strässchen den Bergkämmen entlang durch heimelige Dörfer. Auf den teils sehr schmalen und steilen Strässchen trumpft die Honda richtig auf. Hier entfaltet sie ihre Agilität und es ist erstaunlich, wie leicht die Maschine zu führen ist. Zudem hat die Maschine einen extrem kleinen Wenderadius, den ich bis jetzt auf keiner anderen Maschine erlebt habe.

 

Und so nimmt die Honda einen Pass nach dem anderen und erklimmt sogar den auf 2'770Meter hoch liegenden Col de L'Iseran zusammen mit ungefähr 500 anderen Motorradfahrenden, die leider fast alle die Passstrasse als Rennstrecke nutzen. Da bekomm ich schon manchmal das Gefühl, dass ich mit der CRF untermotorisiert bin. Dafür kann ich den drei Motorrädern, die mir an unübersichtlichen Stellen auf meiner Seite entgegenkommen, problemlos ausweichen. Den Reaktionen nach, hatten die Biker einen grösseren Schrecken als ich. 

 

Der Col de Mont Cenis ist dann der letzte Pass auf meiner Route nach Sousa, wo mein Fahrtag ohne Rücken- und Nackenschmerzen endet. Ein erneutes Plus an die Ergonomie der Honda. Auch die Sitzbank ist bequemer, als gedacht. Nach sieben Stunden hat mein Gesäss aber trotzdem einige Druckstellen, was aber im normalen Bereich liegt.



Von Susa im Piemont über Teer- und Schotterpässe nach Jausiers in Frankreich

Endlich darf die CRF Rally über zwei Schotterpässe holpern und zeigen, wo ihre Stärken liegen.

 

Gleich nach dem Frühstück wartet der auf 2'100 Meter liegende Col de Finestre auf mich und die Honda. Anfangs ist das Strässchen nocht geteert und windet sich über 26 enge Kehren in die Wolken hinein. Egal, wie eng und steil die einzelne Serpentine ist, die Rally schafft sie locker im 2. Gang. Einmal mehr bin ich begeistert vom ruckellosen Motor, der in den unteren Drehzahlen genug Stärke zeigt.

 

Der Wechsel von Teer zu Schotter quittiert die Honda mit einem Lächeln auf dem Display und rumpelt freudig über die Piste in Richtung Passhöhe. Als Federgewicht und mit Stollenreifen ausgestattet wundert mich das nicht.

 

Je weiter ich steige, umso dichter wird der Nebel. Wo bitte ist hier die Passhöhe?

 

Oben auf dem Bergkamm angekommen, lichtet sich auf der anderen Seite der Nebel und präsentiert mir eine schöne Aussicht während auf der Seite weiterhin Grau nominiert.

 

Eigentlich wollte ich weiter über die geschotterte, panoramareiche Strada dell'Assietta bis nach Sestriere rollen. Der Nebel vergrault mir aber dieses Vergnügen.

 

Etwas später bringt mich der gut ausgebaute Col de Montgenevre nach Briancon in Frankreich, wo ein feiner Kaffee auf mich wartet.

 

Bei der Fahrt hinauf zum Col d'Izoard kämpft die CRF gegen den aufkommenden, starken Wind. Als Leichtgewicht keine einfache Sache. Sie lässt sich aber nicht gross aus der Fahrlinie bringen und das Windschutzschild hält die böenartigen Windstösse gut von mir fern.

 

Nach der Talfahrt führt meine Strecke durch die Gorge Le Guil nach Guillestre, ab wo es auf schmalen Strässchen, im Element der Honda CRF300 Rally, oberhalb des Durance Flusses weitergeht.

 

Ein Pause später kurve ich wieder in die Höhe mit dem Col du Parpaillon als Ziel. Jetzt wird es ernst für die Maschine, den die Schotterstrasse bis zu dem auf  2'630 Meter liegenden Tunnel kann, je nach den aktuellen Verhältnissen, schwierig sein.

 

Und so ist es den auch. Die starken Regenfälle haben der Naturstrasse zugesetzt und von den Hängen jede Menge Steine und Dreck runtergespült. Was meint die Honda dazu?

Nichts. Sie brummt im 1. und 2. Gang geduldig vor sich hin, den eigentlich könnte sie auch schneller über die Unebenheiten flitzen, und lässt sich von den Gesteinsbrocken, Fels- und Dreckpassagen und kleinen Bachdurchfahrten nicht aus der Balance bringen.

 

In diesem gemässigten Tempo arbeiten die Federelemente ordentlich. Tauchen aber grosse Bodenwellen auf, wird wie auf der Teerstrasse klar, dass sie zu weich sind. Vermutlich würde das Federbein durchschlagen, was dem sonst guten Fahrverhalten schlecht bekommen würde.

 

Um auf die andere Passeite zu gelangen, muss das 520 Meter lange Tunnel durchquert werden. Wäre unter normalen Umständen ja kein Problem, nur gibt es im Tunnel kein Licht und die Bodenbeschaffenheit variert je nach Bedingungen zwischen lösem Schotter, grosse Pfützen, die zeitweise schon halbe Seen sind und eventuell Eis.

 

Rein ins schwarze Nichts. Nach zehn Meter kurz der erste Stopp, damit sich meine Augen der Dunkelheit anpassen können.

 

Das Abblendlich der Honda hilft mir leider nicht viel. Anstatt den Weg leuchtet es mir die Wände hell. Da hilft das Aufblendlicht zum Glück einiges mehr.

 

Ich stosse tiefer ins Tunnel vor und bin froh, dass die Honda agil und leicht zu steuern ist. Die zwei mit Match gefüllten Kleinseen sind für die Maschine ebenfalls kein Problem.

 

Auf der Talfahrt schalte ich das ABS für die Hinterradbremse aus. Gut, dass Honda diese Funktion eingebaut hat. Auf dem steinigen, teils steilen Weg ist das hilfreich.

 

Die Vorderradbremse mit ABS arbeitet sehr gut und verzögert perfekt. Kaum ein Rutschen oder das typische ABS Stottern spüre ich. Überzeugend.

 

Übringes auch auf der Teerstrasse arbeitet die Vorderradbremse super. Geht es zur Sache, taucht die Gabel zwar tief ein, dass bringt die Honda aber nicht aus ihrer Spur und das ABS verzögert ohne Wenn und Aber.

 

Wieder Teer unter den Rädern, bekommt die Honda als Belohnung neuen Verbrennungssaft. Im Wissen, dass sie damit sorgsam umgeht, macht jeder Tankstopp schon fast Spass.



Von Jausiers über diverse Pässe bis zur Küste und weiter nach Italien

Die Schlechtwetterfront, welche diverse Verwüstungen in Mitteleuropa anrichtet, zeigt sich diesen Morgen in düsteren Wolken über meinem Hotel. Schaffe ich es so auf den auf 2'820 Meter hohen Col de la Bonette?

 

Mein Gastgebe meint, das sollte klappen, da erst gegen Mittag der Regen aufs Dach plätschert. Also frühstücken und Motor starten.

 

Die Auffahrt liegt im dichten Nebel, wodurch ich eine moderates Tempo einschlage. Ideal für die Honda. Mit der für den Motor ideal abgestimmten Übersetzung bringt die Maschine im 2. - 4. Gang genügend Kraft auf das Hinterrad, um im mittleren Drehzahlenbereicht fibrationsarm das Motorrad, mein Gepäck und mich auf die Passhöhe zu bringen. Super.

 

Wie bestellt, lichtet sich oben der Nebel und gibt mir die Sicht auf die gewaltige Bergkulisse der Seealpenregion frei. Fantastisch.

 

In meiner Richtung, südlich, erwartet mich die Sonne und blauer Himmel. Was will ich mehr. Und so wähle ich nach der Talfahrt eine mir unbekannte, kurvige Bergstrasse, die mich über unzählbarer enge Schleifen rüber zur Daluis Schlucht bringt.

 

Die Strecke durch die Daluis ist geprägt mit tiefen Blicken in den Abgrund, die mich alle paar hundert Meter anhalten lassen.

 

Der letzte Pass des heutigen Tages ist der kaum bekannte Col de la Sinne. Kein Wunder ist der wohl nur bei den Einheimischen bekannt. Die Strasse ist kaum breiter als ein Auto, an mancher Stelle steil und mit 180 Grad Kehren versehen. Dafür wartet oben eine Weitsicht auf die Alpenregion auf mich.

Mein südlichstes Ziel ist Nizza, wobei ich die Stadt wegen des dichten Verkehrs meide. Ich steure dafür auf Nebenstrassen das auf einem Berg Chauvre liegende Fort an. Von hier oben liegt mir die Küste und Nizza förmlich vor den Füssen.

 

Wieder unten wähle ich die oberhalb von Nizza startende Grand Corniche und folge der Küste Richtung italienischer Grenze. Natürlich nicht ohne öfters zu halten, um die Ausblicke auf die Küste zu geniessen.

 

Mein nächstes Ziel ist das oberhalb von Menton liegende Bergdorf Saint Agnes. Hierzu steure ich die Honda über eine verkehrsarme Bergstrasse bis zur Aussichtplattform in der Ortschaft. Von hier ist der Blick frei bis zur italienischen Grenze bei Ventimiglia.

 

Nach Italien fahre ich auf einer Berg- und Talstrasse entlang der Autobahn, die kurz vor der Grenze zur Küste führt. Kurz darauf biege ich wieder nach links in eine Nebenstrasse in Richtung Dolceacqui ab.

 

Zum Schluss des Tages wird die Honda nochmals richtig gefordert. Auf knapp fünf Kilometer verläuft eine autobreite Bergstrasse von einem Tal ins nächste. Die Steigung ist kaum zu überbieten und mitten drin muss ich die Maschine durch Kehren lenken. Da bin ich und die Maschine gefordert.

 

Auf den Neben- und Bergsträsschen der letzten zwei Tage hat die Honda aufgetrumpft. Die schmeidige Kupplung, mit dem präzise arbeitenden Getriebe und der gut gewählte Übersetzung, gepaart mit dem agilen und wendigen Fahrverhalten, katapultiert die CRF 300 Rally in die vordersten Ränge auf solchen Strecken.



Durch die italienischen Berge nach Norden bis in die Nähe von Turin

Heute würde ich gerne die geschotterte Ligurische Grenzkammerstrasse fahren. Das Wetter ist aber unsicher und die Anfahrt ebenfalls. Die gesamte Nordregion der alten Militärstrasse, die Tenda Region, wurde vor einem Jahr durch ein Unwetter verwüstet. Deshalb sind diverse Zufahrtsstrassen inklusive der Tenda Tunnel bis auf weiteres gesperrt.

 

Die Militärschotterpiste liegt auf knapp 2'000 Meter Höhe. Deshalb durchfahre ich bis zum Einstiegsschotterweg bereits gefühlte 1'000 Kurven und dies alles auf schmalen Bergstrassen. Es ist deshalb bereits nach Mittag, bis ich dort ankomme. Leider im dichten Nebel, wodurch klar ist, dass die Fahrt auf der Militärstrasse zu gefährlich wäre und vorallem auch keinen Spass machen würde, da sich die tollen Weitblicke in die Bergwelt hinter dem Nebel und Wolken versteckt.

 

So steure ich die Honda weiter über Kleinbergststrässchen bis ich abends halb trümmelig von den vielen Kurven mein B & B in Borgo San Dalmazzo erreiche.

 

Mein morgendlicher Blick aus dem Fenster erhellt mein Gemüt, denn es scheint die Sonne zwischen den Woken hindurch. Vielleicht habe ich heute mehr Glück und kann die zweite von mir ausgesuchte Militärschotterstrasse durch das Gebirge erkunden.

 

Schnell frühstücken, auch wenn es ungesund ist, und rauf auf die Maschine.

 

Zwei Stunden später holpere ich auf der Maira Sture Kammstrasse und bestaune die Bergkulisse. An den Wochenenden ist hier wegen den vielen Besuchern für motorisierte Fahrzeuge fahrverbot. Heute bin ich ganz alleine unterwegs und kann die Strecke und Landschaft ausgiebig geniessen.

Dazu trägt auch die Honda bei, weil ich sie wie ein übergrosses Mountainbike über die Schotterpiste lotsen kann. Einmal mehr kommt ihre Agilität und Wendigkeit voll zum Zuge.

 

Wieder im Tal versperrt mir der Colle di Sampeyre den weiteren Weg nach Norden. Die Wolken hängen hier bereits wieder tief und düstern mit ihrer grauen Farbe alles ein. Zeit für eine Kaffeepause.

 

Während dessen beginnt der Regen das Motorrad abzuspritzen. Also doch, es gibt meine erste Regenfahrt mit der CRF.

Regenhandschuhe anziehen, alle Reisverschlüsse schliessen und Visier zu, es kann losgehen.

 

Ganz so schlimm wird es dann doch nicht und der Regen kommt und geht und zwischendurch drückt sogar die Sonne einen Spalt durch. Der Honda macht das alles nichts aus und bringt mich wie bis anhin mit einer Leichtigkeit durch die engen Kurven, als hätte sie keine 155kg Eigengewicht plus mich und mein Gepäck zu schleppen.

 

Was auffählt ist, dass bei gewissen Teerbelägen die Maschine unruhig wird und das Längsrillen oder anderen Schäden im Teer sie manchmal abrupt aus der Linie bringen. Ich tippe jetzt mal, dass dies wegen der Bereifung passiert und nicht wegen der weichen Gabelfederung. Gewisse Stollenreifen tendieren zu einem solchen Verhalten. Leider unangenehm zum fahren.

 

Die letzten 100km gliedere ich mich in den italienischen Raserverkehr auf normalen Hauptstrassen ein. Halte ich mich an das Tempo der vor mir fahrenden Autos, brause ich mit 80 Stundenkilometer durch die mit 50 limitierten Ortschaften und werde trotzdem noch regelmässig überholt. Das einzig beruhigende daran ist, die Honda kann auch bei diesen Geschwindikeiten locker mit ihren 27 PS mithalten.



Abstecher zum Col de Nivolet und weiter ins Tessin und nach Zürich zum Tourende

Den Col de Nivolet wollte ich schon lange befahren, weil oben auf 2'600 Meter die Sicht auf die beiden Seen und Strassenführung unvergessliche sein soll.

 

Es ist aber Samstag und die Sonne scheint, was bedeutet, dass nebst mir wohl hunderte von anderen Ausflüglern auf den Pass wollen. Da hilft nur ein Frühstart, den ich glücklicherweise nicht mit leerem Magen beginnen muss, da die Pension bereits um 07.00 Uhr das Morgenessen serviert.

 

Die verkürzte Nacht hat sich gelohnt, denn nebst mir rollen nur unzählige Fahrradfahrer die Serpentinen hoch rollen. Beim Aussichtpunkt ist dann ausser einer weiteren Person noch niemand hier. So gesellt sich zur tollen Aussicht auch noch eine idyllische Ruhe. 

 

Ganz anders bei der Talfahrt. Jetzt rauschen und brausen mir fast pausenlos Autos und Motorräder entgegen, leider auch auf meiner Strassenseite. Die Passstrasse ist eine Sackgasse, wodurch sich der ganze Verkehr über eine Strasse bewegt.

 

Im Tal angekommen, wähle ich wie schon an den Vortragen ausschliesslich Nebenstrassen durch die norditalienichen Berge bis zu meiner heutigen Unterkunft, die wegen ihrer Abgeschiedenheit nur durch eine Schotterstrasse erreichbar ist. 

 

Einen morgendlichen Weckdienst braucht hier draussen niemand. Dafür sorgt der Hahn, die Gänseschar und der bellende Hund.

 

Voran geht es weiterhin auf kurvenreichen Bergsträsschen bis zum Passo della Colma, über den ich den Lago d'Orta erreiche,

Einmal mehr düsen etliche übermotorisierte Motorräder an mir vorbei bis wir alle durch einen erst kürzlich passierten Motorradunfall gestoppt werden. Zwei Sanitätswagen sind bereits vor Ort und die Polizei regelt den Verkehr. Ich hoffe, es wurde niemand zu schwer verletzt.

 

Die verkehrsreiche Seestrasse entlang des Lago Maggiores von Feriolo nach Ascona, Schweiz, meide ich und wähle stattdessen verschiedene Bergsträsschen über den Ill Colle. Auf dieser teils einspurigen, steilen und mit engen Kehren versehenen Strecke überzeugt mich die Honda einmal mehr mit ihre Vorzügen.

 

Das letzte Stück zu meiner heutigen Unterkunft lege ich auf der Autobahn zurück. Bis zu einem Tempo von 100 h/km geht das mit der Honda entspannt. Jetzt weht aber zusätzlich eine heftiger Wind (in dieser Region als Nordföhn bekannt) der mit der leichten Maschine ein herumspielt. Mehr als 80 h/km liegt da nicht mehr drin, wodurch ich die Autobahn gleich wieder verlasse.

 

An meinem letzten Testtag mit der CRF erkunde ich das abgeschieden Gebiet rund um den Staussee Lago di Luzzone. Nebst einer Tunnelfahrt durch die Staumauer warten weitere Naturtunnels auf meine Durchfahrt. Eines davon ist gerade mal 2.30 Meter breit und knapp 300 Meter land. Gut, hat die Honda ein so schlanke Linie und lässt sich kinderleicht steuern.

 

Meine weitere Route nach Zürich bringt mich über die Pässe Lukmanier, Oberalp und Raten plus einige weitere verkehrsame Wege - dort wo die Honda ihre Trümpfe alle ausspielt.



Route und Downloads

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