Meine Reisemotorräder


Suzuki DRZ400S Adventure

«Umbau meiner Suzuki DRZ400S in eine leichte Reiseenduro für Fernreisen»

Die Originalversion der Suzuki DRZ400S ist für kürzere Touren auf und neben der Strasse ausgelegt. Damit sie fernreisetauglich wird, braucht es deshalb einige gezielte Anpassungen und Ergänzungen.

 

Zudem ist die Maschine 20 Jahre alt. Und obwohl sie erst 14'000km bewegt wurde, kontrolliere und ersetze ich sicherheitshalber diverse Verschleissteile. Das erspart mir hoffentlich einige Reparaturen unterwegs und ich lerne die Technik der Suzuki besser kennen und kann mir in Ruhe die nötigen Arbeitsschritte aneignen.

Vorbereitungen

Als Erstes brauche ich einen fixen Platz, wo ich über einen längeren Zeitraum bequem schrauben kann. Da ich in Zürich wohne, bietet sich hierfür der Motorradhangar in Zürich-Schwamedingen an. Die gut ausgestattete do-it-yourselves Motorradwerkstatt offeriert für ein angemessenes Entgelt alles was ein Schrauberherz höher schlagen lässt. Daneben lernt man andere Gleichgesinnte kennen und kann mit ihnen fachsimpeln oder man kann gegen einen Aufpreis stundenweise das Wissen eines Motorradmechanikers und / oder Elektrikers anzapfen.

Mit etwas Geduld ergattere ich einen Schrauberplatz und miete mich für die Wintermonate fix ein. So macht Schrauben am eigenen Motorrad doppelt Spass,

Die Wartezeit nutze ich für die ersten Bestellungen des neuen Zubehörs und für Teile, die ich sicher ersetzen will. Daneben besorge ich mir als weiteres Hilfsmittel ein Werkstatthandbuch mit ausführlichen Beschreibungen zu den einzelnen Arbeiten an der Suzuki DRZ400S. Solche Anleitungen gibt es zum Glück für fast jedes Motorradmodell zu kaufen.

 

Und nun kann es losgehen.


Neuester Beitrag: Kühlsystem

Den Thermostat lege ich in eine kleine Pfanne mit Wasser, welches ich auf der höchsten Herdstufe erhitze. Es geht nicht lange und der Thermostat öffnet sich. Alles im grünen Bereich, wobei ich jetzt eigentlich noch die genaue Wassertemperatur messen müsste, um sicherzugehen, dass der Thermostat auch wirklich zwischen der vorgegebenen Kühlerwassertemperatur sich öffnet. Mir fehlt aber ein geeignetes Messgerät, weshalb ich einfach darauf vertrauen, dass dies stimmt.

 

Für die Funktionskontrolle des Thermoschalters des Kühlerwassers gehe ich gleich vor, wobei ich hier mit dem Multiprüfgeräte checke, ob der Thermoschalter sich schliesst, wenn das Wasser heiss genug ist.

 

Den Thermoschalter für das Kühlergebläse prüfe ich nicht, da ich neu einen Handschalter einbaue. über den ich den Ventilator selbst ein- und ausschalten kann. Zusätzlich werde ich eine Kühlerwassertemperaturanzeige anschliessen, damit ich weiss, wann es nötig ist, das Gebläse einzuschalten. Mehr dazu unter der Rubrik Elektrische Anlage.

 

Des Weiteren werde ich einen Kühlerschutz anbringen, damit der Kühler bei Stürzen nicht oder zumindest weniger beschädigt wird. Mehr dazu beim Zusammenbau des Kühlsystems.


Start Umbau

Durch die Anfahrt zum Motorradhangar hat das Motorenöl gleich die richtige Temperatur für den Abfluss. Ich stelle deshalb als Erstes ein Ölwanne unter den Motor und lasse das schwarze Gold raus.

Ich kann mich noch gut an meine erste Schrauberzeit erinnern, wo ich alle Schrauben, Muttern und Klammern einfach in eine grosse Box geworfen habe. Beim Zusammenbauen suchte ich dann wie blöde nach den richtigen Schrauben und zerbrach mir am Schluss den Kopf darüber, wo die übrigbleibenden Kleinteile wohl hingehören.

 

Das erspare ich mir jetzt und nutze Plastiktaschen, um alle Schrauben, Muttern und Klammern zugeordnet aufzubewahren.

 

Treffen neue Zubehörteile ein, schreibe ich deren Kleinteile ebenfalls an und verstaue die Sachen für den späteren Gebrauch.

Dann strippe ich die Maschine zuerst im vorderen Bereich.

  • Sattel kommt weg
  • Batterie abhängen und ausbauen
  • Seitenschürzen vom Tank abschrauben
  • Tank entfernen
  • Vorderrad ausbauen
  • Vorderradbremse wegschrauben
  • Bremsflüssigkeit der Vorradbremse ablassen
  • Gabel entfernen
  • Scheinwerfer ausstecken und entfernen
  • Stromverbindungen zu den Lenkerarmaturen kappen
  • Lenkerarmaturen und Lenker abschrauben

Bei allen Arbeiten pflege ich vorweg die Gummiteile und Dichtungen, die ich weiterverwende, mit einer Silikonpaste. So bleiben sie länger geschmeidig. Erst dann wandern sie in den entsprechenden Plastikbeutel.


Gabelbrücke

Zur Kontrolle der beiden Lenkkopflager und Lageraussenringe baue ich die Gabelbrücke aus. Dabei leisten sowohl die Lenkhaft-Hutmutter als auch die Lenkopfmutter keinen Widerstand, was ein gutes Zeichen ist.

 

So positiv geht es weiter und beide Lager weisen keine Verschleiss- oder Verformungen auf. Auch erzeugen sie keine ungewöhnliche Lagergeräusche. Die Aussenschalen präsentieren sich ebenfalls einwandfrei.

 

Das erspart mir den Lager- und Schalenwechsel. Also reinige und poliere ich alle Teile und fette anschliessend die Lager mit einem extra wasserfesten Fett ein. Zum Schluss montiere ich die Gabelbrücke wieder.



Radlager

Von aussen sehen die Radlager nocht gut aus und sie laufen rund. Dennoch weiss ich nicht, wie lange sie schon unter Belastung standen und wechsle sie deshalb bei beiden Rädern aus.

  • Die Staubkappe sorgfältig mit einem Schraubenzieher aus der Radnabe entfernen.
  • Da bei der Suzuki die Geschwindikeit noch mechanisch gemessen wird, fungiert die Tachowelle rechts zugleich als Staubkappe für das Lager.
  • Mit einem Industrieföhn die Radnabe rund um das Lager erwärmen.
  • Die Abstandhülse zwischen den Lagern auf die Seite schieben und mit einem Schraubeziehen oder Durchschlag Werkzeug das erste Lager austreiben
  • Die gleichen Abläufe für das Austreiben des zweiten Lager.
  • Radnabe innen und aussen reinigen
  • Neue Lager und die Fassung in der Radnabe mit wasserfestem Fett einschmieren.
  • Erstes Lager mit einem geeigneten Werkzeug einschlagen bis zum Sitz in der Radnabe.
  • Abstandhülse von der anderen Seite einsetzen
  • Zweites Lager montieren
  • Staubkappen mit wasserfesten Fett einschmieren und motieren.

Der Wechsel geht bei der Suzuki recht einfach, da der Sitz der Lager in der Radnabe nicht zufest ist. Das Wärmen hat ebenfalls eine positiven Einfluss. Beim Lagermontieren können bei Bedarf die Lager kurz vor der Montage zusätzlich im Gefrierfach runtergekühlt werde, sollte das eintreiben der Lager mühsam sein.


Vorder- und Hinterradbremse

Die Bremsleistung der Vorderradbremse ist im normalen Bereich ausreichend. Ist aber eine starke Bremsleistung gefragt, fehlt ihr der letzte Biss.

 

Berücksichtige ich jetzt noch das zusätzliche Gewicht durch das Gepäck und die fünf Liter Benzin im geplanten grösseren Tank, wird die Bremse noch schneller an ihre Grenzen stossen. Ich wechsle deshalb die original 250mm Bremsscheibe gegen eine 270mm aus. Den passenden Umbauset inklusive Scheibe, Bremsbeläge und Bremssatteladapter kaufe ich bei der Firma MotoMaster.

 

Zusätzlich ersetze ich die aus Gummi bestehende Bremsleitung gegen eine robuste Stahlflexleitung. Diese sind generell robuster und dehnen sich auch nach längerem Gebrauch kaum, wodurch eine optimale Bremsleistung und ein knackiger Druckpunkt bestehen bleibt.

Daneben zerlege ich den Bremssättel und

  • Reinige sie
  • Kontrolliere die Federn auf Bruchstellen und reinige sie
  • Treibe die Kolben mittels Pressluft raus, kontrolliere sie auf Schäden und reinige sie
  • Ersetzte die Staubdichtungen und Kolbenmanchetten
  • Schmiere die Kolben und Dichtungen mit sauberer Bremsflüssigkeit ein
  • Baue den vordernen Bremssattel mit dem neuen Adapter und Bremsbelägen von MotoMaster zusammen

Zusätzlich zerlege, kontrolliere, reinige und montiere ich

  • Die Bremszylinder
  • Bremszylinder Dichtungen
  • Kolben, Federn und Gummiteile
  • Die Bremsscheiben


Danke fürs Teilen und Weiterempfehlen