Mit dem Motrrad durch Spanien, Andalusien, Sierra Nevada, Schotterstrasse, Suzuki DRZ400S

Durch die Berge zum Cabo de Gata

Weil weiterhin keine Fähren nach Marokko übersetzen und die Pandemie-Situation Ende Dezember und Januar düster aussah, blieb ich etwas länger zu hause.

 

Meine Enduro fand dazwischen Platz bei der Firma IMTBike in Malage, welche Motorräder vermietet, Motorradtouren organisiert und Stellplätze für Töffs anbietet.

 

Am Montag 21. Februar 2022 hat das ausharren in der Kälte ein Ende und ich besteige das Flugzeug nach Malaga. Gleich nach dem Hotel Check-In mache ich mich auf den Weg zum meiner Maschine.

 

Freudig erblickt sie mich, zumindest in meiner Fantasie, und wartet darauf, bis ich den Papierkram erledigt und bezahlt habe,

 

Bevor ich meine Motorradklamotten anziehe checke ich den Voltmeter für die Kontrolle der Batterie. Nix geht da. Nicht einmal die Anzeig leuchtet auf, so ist die Batterie leer.

 

Also Ladegeräte der Werkstatt anschliessen und meinen Geduldschalter drücken.

 

Eine Stunde später leuchten zwar alle Anzeigen und Lampen am Töff beim Drehen des Zündschlüssels, aber für den Anlasser fehlt weiterhin der nötige Stromschub. Der anwesende Mechaniker zaubert jetzt ein Überbrückungskabel hervor und zapft die Batterie einer GS 1250 an.

 

Der Stromschub reicht und die Suzuki startet. Zwar mit einigen Anfangsschwierigkeiten, den Vergaser habe ich vor der Lagerung geleert, bis sie dann ruhig vor sich hinbrummt.

 

Ich schlüpfe ich mein Motorradgewand, verabschiede mich bei den freundlichen Mitarbeitenden und brause los.

Der Tank ist noch halbvoll und so kurve ich ein weitere Stunde durch die Gegend in der Hoffnung, dass dadurch die Batterie für den morgigen Start genügend Strom bringt.

 

Nach dem Frühstück bepacke bei sonnigem Wetter die Enduro. Es sind über 20 Grad für heute angesagt. Die richtige Temperatur um in die andalusische Bergwelt einzutauchen.

 

Also rauf aufs Motorrad und hoffen, dass die Batterie noch etwas Strom für den Start übrig hat.

 

Und ja, hat sich. Gerade soviel, dass die Suzuki startet. Nochmals Glück gehabt.

 

Raus aus dem Parkplatz, rauf auf die Schnellstrasse, um einige Kilometer später rechts in Richtung Hügellandschaft, die sich hinter Malaga aufbäumt, abzubiegen.

 

Keine 30 Minuten danach knirscht der Schotter unter meiner Enduro und ich kurve auf einer Panorama-Schotterstrasse durch die Hügel. Fantastisch.

 

Bald erscheint in der Ferne die Serra Nevada, Der höchste Gipfel ist mit etwas Schnee eingepudert und vermutlich drehen dort oben einige Menschen ihre Skitouren. Nix für mich. Ich halte mich lieber an die schmalen Nebenstrassen, die abwechselnd geteert, gelöchert oder geschottert sind und es gibt sogar eine Wasserdurchfahrt, was nicht alltäglich ist.

 

Mein Bett wartet heute im Bergdorf Capileira auf mich. Mit seiner Höhe von 1'460 Metern über Meer ist diese Siedlung das zweithöchsten Berdorf der gesamten Iberischen Halbinsel. Zum Glück schneelos.


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Gestern Abend war im Berdorf lediglich ein Restaurant geöffnet, weshalb ich mich mental schon darauf eingestellt habe, heute ohne Frühstück loszufahren.

 

Überrascht merke ich dann, dass in meinem Hostal die Kneipe

geöffnet hat. Also bestelle ich ein Knusperbrot mit Jamon und einen Cafe con leche bevor ich auf die Enduro steige.

 

Durch die gestrige lange Fahrt ist die Batterie schon fast wieder voll geladen und der Motor startet problemlos. Und es ist einiges wärmer hier oben, als ich mir das vorgestellt habe plus liegt eine Panorama Bergstrasse nach Trevelez vor mir, welches 20 Meter höher liegt und somit das höchste  Dorf Spaniens ist. Mein Motorradherz schlägt da gleich ein paar Takte höher.

 

Den ganze Morgen kurve ich durch die hiesige Region Alpujarras mit ihren reizvollen weissen Dörfern und Siedlungen. Egal, welche Strasse ich hier wähle, das Panorama und die Weitblicke prägen sich in meinem Gedächnis ein.

 

Der Naturpark Cabo de Gato bildet einen Zipfel in der Nähe von Almeria ins Meer hinaus. Um dahin zu gelangen, muss ich eine weitere Bergkette überwinden.

Mit etwas recherchieren habe ich für die Strecke eine Schotterpiste gefunden, die gemäss dem Kartenverlauf einiges an Weitblicke bieten könnte.

 

Ich werde nicht enttäuscht und schon nach den ersten paar Kurven offenbart sich mir ein Panorama der ersten Sahne. Ein Gemisch aus der grünen Berglandschaft der Region Alpujarras und der Tabernas Wüste.

 

Ganz oben zeigen sich dann nochmals die schneebedeckten Gipfel der Sierra Nevada. Zwar etwas im Dunst, aber trotzdem ein Hingucker.

 

Ein paar holprige Kilometer später erblicke ich Almeria und die unzähligen, sich in der Sonne spiegelnden Dächern der Gemüsefarmen rund um den Nationalpark Punta Entinas-Sabinar. Zeit für eine ausbiegig Pause.

 

Einige Kilomoter später wird mein Höhenflug der Panoramaschotterstrassengefühle weit oberhalb von Almeria gestoppt. Die Schotterstrasse wurde in einen offiziellen Wanderweg umgewandelt. Vermutlich wäre er mit meiner Enduro befahrbar, aber das Fahrverbot hält mich vom Versuch ab.

 

Macht nix und auch so erreiche ich kurz darauf meine Bleibe in San José mitten im Naturpark Cabo de Gata.


Durch den Naturpark Cabo de Gata führt lediglich eine Strasse hindurch, die entlang der Küste verläuft. Dadurch sind die Küstenorte San José und La Almadraba auf der Seite von Almeria verbunden.

 

Damit in der Hochsaison kein Verkehrschaos inmitten des Parks ausbricht, ist die Strasse mittig gesperrt und mehrheitlich geschottert.

Ich entschliesse mich deshalb für eine Küstenwanderung und eine Fahrt auf der Schotterpiste, was sich im Nachhinhein für eine gute Kombination erwiesen hat.

 

Abends verspeise ich einen Fisch des Hauses im einzig geöffneten Fischrestaurant. Der war lecker.



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